27. 05. 2012
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Neue Parkstadt zwischen Neustadt-Süd und Bayenthal geplant
(ehu) Es ist eine große Vision: Ein komplett neues Stadtviertel soll entstehen, die „Parkstadt Köln-Süd“. Mit bis zu 1300 Wohnungen, 4500 Arbeitsplätzen, einem Kindergarten, einer Grundschule und einer weiterführenden Schule. Ein 300 bis 500 Meter breiter, 2,4 Kilometer langer Streifen ist dafür vorgesehen, 100 Hektar groß, der sich südlich der Eisenbahn vom Höninger Weg bis zum Rhein erstreckt. So jedenfalls die Pläne des Amts für Stadtentwicklung und Statistik.
Ein Konzept mit dem schönen Namen ESIE – „Entwicklungskonzept südliche Innenstadt-Erweiterung“ hat Grundbesitzer, Gebäudebestand und mögliche Bebauungen analysiert und aufgelistet. Es soll Grundlage für einen Ratsbeschluss sein, der damit die gesamte Fläche zum Sanierungsgebiet erklären kann. Dies hätte unter anderem Folgen für Grundstück und Immobilienbesitzer, die dann zum Beispiel keine langfristigen Mietverträge mehr abschließen dürften. Außerdem könnte die Stadt Enteignungen durchsetzen – worauf sie aber nach Möglichkeit verzichten will, so Amtsleiterin Maria Kröger.
Noch wohnen nur 1.700 Menschen auf dem Gelände der Parkstadt Köln-Süd
Bislang wohnen hier nur knapp 1700 Menschen. Es ist größtenteils aktuelles oder ehemaliges Gewerbegebiet. Das Gelände des aufgelöste Güterbahnhofs Bonntor wird gerade von der ehemaligen Bahntochter Aurelis abgebaut. Die Grundstücke rechts und links der Alteburger Straße (unter anderem früher genutzt von der Dombrauerei) gehören dem BLB, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW. Der hatte es von einer Tochterfirma des IHK-Präsidenten Paul Bauwens-Adenauer erworben. Möglich, dass sich demnächst ein Untersuchungsausschuss des Landtags damit beschäftigt.
Der Stadt gehört das Großmarkt-Grundstück und der Vorgebirgspark, dessen nördlicher Teil in die Planungen einbezogen wird. Im Besitz der Kölner Sportstätten GmbH sind das Südstadion und die Bezirkssportstätten zwischen Vorgebirgsstraße und Höninger Weg. Bleiben die privaten Grundstücke. Ein Zipfel zwischen Höninger Weg und Eisenbahn ist mit gewerblicher Mischnutzung bebaut.
Die Bundesgartenschau 2025 könnte die Umsetzung der Vision beschleunigen
Die Studentenwohnheime am Höninger Weg „dürfen“ ebenso stehen bleiben wie die Häuser am Rheinufer. Gleiches gilt für die Gebäude entlang der Bonner Straße und den großen Wohn- und Geschäftskomplex zwischen Bonner und Koblenzer Straße mit dem MacDonald-Drive-In. Außerdem gibt es hier noch eine gültige Baugenehmigung für ein achtgeschossiges Gebäude. Bei strittigen Fragen setzt Kröger auf den Zeitfaktor.
Erhalten bleiben auch die unter Denkmalschutz stehende große Halle des Großmarkts sowie die versteigerungshalle. deren Nutzung steht allerdings noch nicht fest. Freigelegt und in die Parkgestaltung einbezogen werden könnte das Fundament von Fort „Großfürst Nikolaus II.“, derzeit noch vom Güterbahnhof überbaut. Unter Landschaftsschutz steht die Raderberger Brache. Sollte Köln 2025 die Bundesgartenschau ausrichten, könnte dies die Umsetzung der Amts-Vision beschleunigen, hofft Kröger.
Auch die Bürger werden mitdiskutieren. Wie, entscheiden die Bezirksvertretungen
Auf der Grundlage von ESIE – „der Skizze für die Nutzung von 100 Hektar“ – würde dann, so der weitere Terminplan, ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben, der dann unter anderem die Ausrichtung und genau Lage der Gebäude oder die innere Verkehrserschließung zum Thema hätte. Nicht gerüttelt wird an einem 150 Meter breiten Grünstreifen, der den Inneren Grüngürtel von der Luxemburger Straße bis zum Rhein fortsetzt. Außerdem soll eine neue Eisenbahn-Unterführung etwa in Höhe des Zugwegs „Alt-Köln“ mit der neuen Parkstadt verbinden.
Noch in diesem Jahr sollen sich die zuständigen Ratsausschüsse sowie die Bezirksvertretungen Rodenkirchen und Innenstadt mit ESIE beschäftigen. Anfang des nächsten Jahres käme es dann zu einer Bürgerbeteiligung, und Mitte 2012 könnte dann der Rat entscheiden und das neue Sanierungsgebiet beschließen.

























