27. 05. 2012
Seite drucken
Stadt Köln startet auf neuen Dienstfahrrädern
Die Stadt Köln wird schon bald neue Dienstfahrräder anschaffen. Am heutigen Donnerstag stellten Oberbürgermeister Jürgen Roters und Bau- und Planungsdezernent Bernd Streitberger die ersten fünf neuen Dienstfahrräder vor. Die sollen zukünftig nicht nur zur gesunden Mobilität städtischer angestellter beitragen. Durch ein einheitliches Design mit Auf- und Anschrift des Kölner Fahrradbeauftragten samt der dazugehörigen Kontaktdaten via Telefon und E-Mail sollen die Räder auch ein Stück gelebte Corporate Identity in die Stadt tragen. Die ersten fünf Fahrräder – zwei davon mit herausnehmbaren Batterien für den Elektroantrieb – sind bereits im Amt für Straßen und Verkehrstechnik im Einsatz. Im kommenden Jahr sollen weitere folgen. Die einheitlich in weiß gehaltenen Räder werden dabei mit hochwertiger Ausstattung, wahlweise mit Fahrradtaschen ausgeliefert. Die ersten drei Bikes dieser Art stammen aus der Kölner Radstation. Im Durchschnitt liegt der Anschaffungspreis der neuen Diensträder bei rund 1000 Euro. Die einfach Räder kosten dabei rund 700, die E-Bikes je nach Ausstattung zwischen 1500 und 2000 Euro, wie die Verantwortlichen beim heutigen Pressetermin verrieten.
"Radfahren ist gesunde und gute Mobilität. Bereits jetzt fährt rund jeder zehnte Bedienstete im Stadthaus mit dem Fahrrad zur Arbeit", lobte Oberbürgermeister Jürgen Roters das Projekt. Zuvor hatte der Kölner Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers und sein Team eine verwaltungsinterne Umfrage durchgeführt. Ziel war die Erfassung der bereits vorhandenen Fahrradbestände sowie den Bedarf an zusätzlichen Fahrrädern. Die nun angelieferten fünf Bikes mit und ohne Elektrounterstützung ersetzen im Amt für Straßen und Verkehrstechnik dabei die bereits in die Jahre gekommenen Dienstfahrräder der Stadt Köln. Etwas überraschend war für Möllers, dass es in den verschiedenen Dienststellen der Stadt bereits vor der Anschaffung rund 60 Dienstfahrräder gab. Die waren aber als städtische Räder nicht erkennbar, das aber soll sich ändern, wie die Verantwortlichen betonten. "Wir haben einen Bedarf von 120 zusätzlichen Fahrrädern", bestätigte Roters die Ergebnisse der Ämterbefragung. Vor allem Dienststellen mit viel Außenverkehr und dezentralen Einsatzorten zeigten Interesse. Neben dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik waren das vor allem das Jugendamt, das Sozialamt, die Kölner Bürgerämter sowie das städtische Grünflächenamt. Diese Dienststelle hatte bisher die meisten Dienstfahrräder, aber auch hier sind die Drahtesel in die Jahre gekommen.
Weiterer Baustein für die fahrradfreundliche Stadt
#
Die Anschaffung neuer Dienstfahrräder, die allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach erst im kommenden Jahr in größerem Stil in Dienst gestellt werden sollen, sind dabei ein weiterer wichtiger Baustein in der Verkehrsstrategie der Stadt. Die befindet sich nach Einschätzung des zuständigen Bau- und Planungsdezernenten Bernd Streitberger derzeit in einer "Umbruchsituation". Traditionell verfügen Großstädte wie Köln mit seinem dichten ÖPNV-Netz und den apshaltierten Realitäten der zurückliegenden Vision einer autogerechten Stadt nur über einen geringen Anteil des Radverkehrs am gesamtstädtischen Verkehrsaufkommen. Doch das ändert sich seit Jahren. Pro Jahr hat die Stadt nach Angaben Streitbergers in den vergangenen zwei Jahren jeweils zwei Millionen Euro pro Jahr für die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur investiert. "Bei jeder Verkehrsplanung denken wir auch an die Radfahrer", versicherte der zuständige Beigeordnete. Hinzu kommen Fahrradboxen und rund 1000 neue Abstellplätze. Vor allem an den Verknüpfungspunkten mit U- und S-Bahn gebe es jedoch noch Nachholbedarf, wie Streitberger einräumte. Das Ziel aber ist klar und auch in der Fachverwaltung unumstritten. "Wir wollen eine faire Chance für Radfahrer im Kölner Straßenverkehr", stellte der Planungsdezernent klar.
Mit den bereits vorhandenen Dienstfahrrädern hat die Stadt Köln fast die Grundausstattung erreicht, wie der Fahrradbeauftragter Möllers bestätigte. Dabei orientiert sich der Verwaltungsfachmann an so genannten "benchmarks", also Kennziffern anderer Städte im Netzwerk der fahrradfreundlichen Kommunen, die vor Monatsfrist in Köln eine gemeinsame Fahrradtour unternahmen (Köln Nachrichten berichtete). So kommt die Domstadt mit ihrem jetzigen Fahrradbestand auf fast ein Fahrrad pro 200 Mitarbeiter. Mittelfristig will man diese Zahl verdoppeln. Für die Note sehr gut wäre eine nochmalige Verdopplung notwendig. Zumindest am Stadthaus in Köln-Deutz gibt es auch keine Probleme mit dem Unterstellen der zusätzlichen Räder. Im Keller des technischen Rathauses gibt es 300 Abstellplätze. Derzeit werden bereits Mitarbeiter in Umgang und Bedienung der E-Bikes geschult. Die haben eine herausnehmbare Batterie mit einer durchschnittlichen Reichweite von 50 Kilotmetern. Die Räder sollen dabei von jeder Dienststelle nach dem Bedarfsprinzip vergeben werden. Mit zusätzlichen Aktion wie dem stadtinternen Wettbewerb "Radeln Sie sich fit!" haben die Verantwortlichen bereits im letzten Jahr positive Erfahrungen gemacht. 20 Prozent der rund 230 Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr traten nur wegen des Wettbewerbs in die Pedale, wie Möllers berichtete. Der Wettbewerb dieses Jahr läuft noch bis Ende Oktober. Das Interesse dürfte dabei eher ansteigen als zurückgehen.

























