27. 05. 2012
Seite drucken
Stadt Köln weist Kritik des Steuerzahlerbundes zurück
Die Frage, warum am helllichten Tag Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma einen menschenleeren Platz bewachen, fand sogar schon Eingang in die Samstagsabend-Comedyshow "Genial daneben". Die richtige Antwort dürfte inzwischen den meisten Kölnerinnen und Kölnern bekannt sein. Das Personal soll verhindern, dass das Gürzenich-Orchester oder die WDR-Sinfoniker bei ihren Proben durch Störgeräusche in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden. Dieser Personaleinsatz stand nun erneut auf der Liste des Steuerzahlerbundes. Der hatte diese Maßnahme als Geldverschwendung gebrandmarkt. Zu Unrecht, wie das städtische Presseamt am heutigen Donnerstag in einer Replik mitteilte.
Der vom Steuerzahlerbund geforderte bauliche Neubau der Decke über der Kölner Philharmonie stellt demnach eine deutlich unwirtschaftlichere Lösung dar. So wurde der heutige Heinrich-Böll-Platz in den 80er Jahren nach den damals gültigen DIN-Normen hergestellt. Mit seinen Kunstwerken gilt er noch heute als gelungenes Beispiel für gute Stadtentwicklung, argumentiert die Stadtverwaltung. Rollkoffer, Hartgummirollen von Skatern, Bladern und auch Rollstuhlfahrern gehörten zur damaligen Zeit eher zu den Ausnahmen, so ein weiteres Argument. Fußgänger und Radfahrer hingegen erzeugten auf dem Platz keine gravierenden Störgeräusche. Trotzdem müssen auch sie bei den Proben einen Umweg gehen. Nachdem 1996 die ersten Beschwerden eingingen und zwei Jahre später ein Gutachten einen erhöhten Geräuschpegel feststellte, wurde unter den Verantwortlichen darüber gestritten, welche Lösung die wirtschaftlichste sei. Die damals Verantwortlichen entschieden sich für den privaten Sicherheitsdienst.
Nach damaligem Ermessen hätte eine bauliche Lösung des Geräuschproblems Kosten in Höhe von rund 9,2 Millionen Euro nach sich gezogen. Inzwischen gehöre es nicht mehr alleine zur Aufgabe, Passanten von der Bodenplatte über der Philharmonie fernzuhalten. Vielmehr hat sich der beauftragte Sicherheitsdienst inzwischen zu einer Art Besucherauskunft entwickelt. Unabhängig davon muss der Platz allerdings schon bald saniert werden. Immer mehr Elemente aus der roten Bodenplatte lösen sich und stellen damit eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer dar. In diesem Zusammenhang testet die Stadt derzeit verschiedene Fugenmaterialien am Pflasterbelag. Zumindest dieses Problem könnten die Verantwortlichen bald in den Griff bekommen. Angesichts der derzeitigen Haushaltssituation und der voraussichtlich gestiegenen Mehrkosten für eine Komplettsanierung dürfte eine nachhaltige Lösung eher unwahrscheinlich sein.

























