27. 05. 2012
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Zahl der Stadtbeschäftigten legt 2009 um vier Prozent zu
Die Zahl der Beschäftigten in der Kölner Stadtverwaltung und den eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen hat sich trotz der sich abzeichnenden Finanzkrise im vergangenen Jahr deutlich um vier Prozent erhöht. Selbst gegenüber der Jahresmitte 2009 stieg die Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung nochmals um 2,5 Prozent an. Zum Jahresende waren in der Stadtverwaltung selbst 16.860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In den eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen kamen noch mal 1466 hinzu, so dass die Gesamtzahl nunmehr bei 18.326 liegt. Die Zahl der Beschäftigten stieg demnach nach Auskunft der Verantwortlichen um 578 gegenüber Ende 2008 bzw. um 455 gegenüber Mitte 2009 an. Eine entsprechende Auswertung wurde am heutigen Montag dem Ausschuss für Allgemeine Verwaltung vorgelegt.
Bei der deutlichen Erhöhung seit Jahresmitte waren vor allem Einstellungen in den Bereichen Verkehrs- und Ordnungsdienst, dem Allgemeinen Sozialdienst (ASD) und Gefährdungs-Sofort-Dienst (GSD) sowie der ARGE ausschlaggebend. Die Stadtverwaltung setzte damit nicht zuletzt aufgrund der Ratsbeschlüsse die zugesetzten Stellen auf Basis vergangener Ratsbeschlüsse um. Die größten Zuwächse in absoluten Zahlen verzeichnete hingegen das Kölner Jugendamt. Hier wurden rund 200 Stellen zugesetzt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Kinderbildungsgesetz "KiBiZ", wie die Stadtverwaltung in ihren Erläuterungen ausführte. Bei den Ausgaben für diese zusätzlichen Stellen erhält die Stadt jedoch bei Erzieherinnen und Erziehern einen Zuschuss von 50 Prozent vom Land NRW, bei Sprachförderung und Therapeuten sogar eine 100-prozentige Kostenübernahme durch den Landschaftsverband Rheinland LVR. Die 150 Mehrstellen bei der ARGE werden von der Bundesagentur für Arbeit getragen. Der kommunale Finanzierungsanteil beträgt allerdings derzeit 12,6 Prozent.
Interessant ist die Argumentation bei den 30 zusätzlichen Stellen im Bereich der Verkehrsüberwachung. "Durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Einnahmen als Refinanzierungsleistung generiert", hieß es in der Verwaltungsmitteilung. Bei den eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen konnten 40 vakante Stellen bei der Gebäudewirtschaft erfolgreich besetzt werden. Die weiteren 20 zusätzlichen Stellen kamen durch die Übernahme des Wallraf als eigenbetriebsähnliche Einrichtung zustande, wie die Kölner Fachverwaltung in der Sitzung auf Anfrage mitteilte.
Kommentar
Köln scheint fast so etwas wie eine Insel der Glückseligen. In anderen NRW-Kommunen werden die Beschäftigtenzahlen um zehn Prozent und mehr zurückgefahren und in der Millionenstadt legt sie deutlich zu. So nachvollziehbar und sinnvoll die Stellenzusetzungen auch aus Sicht der Verantwortlichen sein mögen. In Zeiten der schwersten und umfassendsten Wirtschaftskrise müssen sich Verwaltung und Politik aber auch Gedanken um eine Haushaltssanierung machen. Bislang scheinen zumindest beim Ausgabeposten Personal diese Gedanken (noch) theoretischer Natur zu sein. Sollten sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer nicht bald nennenswert erhöhen, wird aber auch hier der Rotstift angesetzt werden müssen. Das dicke Ende, so scheint es, wird noch kommen.

























