27. 05. 2012
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Das Gewissen des US-Kongresses zu Gast im Rathaus
Seine 70 Jahre sieht man ihm kaum an. Aber der US-Kongressabgeordnete John Lewis ist nicht nur demokratisches Urgestein, er ist nach den Worten der vormaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi das Gewissen des Hohen Hauses, Souverän und höchstes Gesetzgebungsorgan der größten und ältesten Demokratie der Welt. Als der Ehrengast vorgestellt wurde, brandete sogar kurzfristig frenetischer Beifall auf, den der gestandene Politiker und Kämpfer für die Gleichberechtigung von Menschen verschiedener Hautfarbe bescheiden zur Kenntnis nahm. In seinen Ausführungen schilderte er seinen persönlichen Weg, die Qualen und Demütigungen, die Vorurteile und die Gewalt, die er in seiner Jugend erleiden musste. Als er noch in den 50ern zum ersten Mal die Stimme Martin Luther Kings hörte, war es Inspiration und Befreiung in einem. Seit dieser Zeit bestimmt der gewaltlose Widerstand, besser Protest, sein Leben und Wirken. Nachdem in den USA in den 60er und 70er Jahren in den USA die Gleichberechtigung in einem jahrelangen gerichtlichen und politischen Kampf durchsetzen konnte, wandte sich auch Lewis anderen Themen zu. So gehört der US-Abgeordnete in den 80ern zu den entschiedenen Verfechtern eines Ende der Apartheid-Politik am Kap der Guten Hoffnung. Mit der Ernennung von Präsident Barrack Obama hat sich für ihn der Erfolg und die Richtigkeit seines Protestes gezeigt. "Ich glaube an den Weg des Friedens und der Liebe. Heute haben wir in den USA eine wahrhafte "multiracial society", erklärte Lewis weiter.
Auch Kölns Oberbürgermeister nahm sich die Zeit, seinen Ehrengast aus den USA persönlich zu begrüßen. Die Beziehungen zum Land der unendlichen Möglichkeiten sind aus Sicht des Kölner Stadtoberhaupt mehr als nur die Wertegemeinschaft und die wirtschaftlichen Verflechtungen. "Persönliche Begegnungen und die Bereitschaft dazu sind notwendig für die Fortdauer der guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Auch Köln und seine Bürgerinnen und Bürger leisten einen Beitrag, um den engen transatlantischen Dialog zu pflegen und zu intensivieren", erklärte Roters in seiner Eröffnungsrede. Neben den zweifellos vielen Gemeinsamkeiten sprach der SPD-Politiker aber auch die Unterschiede in der Sichtweise beider Regierungen an. Allerdings verband Roters diese Feststellung mit einem Appell. "Die soziale Ausgestaltung der Globalisierung oder der Kampf gegen den internationalen Terrorismus können wir nur im Schulterschluss erfolgreich angehen", so Roters weiter. Eine besondere Rolle bei der Vermittlung und Vorbereitung dieses Events hatte Baronin Jean Freifrau von Oppenheim. Die gebürtige Amerikanerin (aus Florida) hatte sich unermüdlich und gemeinsam mit den anderen Akteuren des Vereins America-Haus um diesen Besuch bemüht. Eine wichtige Botschaft hatte der 70-jährige US-Politiker der Jugend aber dann doch noch mit auf den Weg gegeben. Sie sollten auf jeden Fall von ihrem Wahlrecht gebraucht. Dass immer mehr Wahlberechtigte davon Abstand nehmen, habe ihn "sehr enttäuscht". Schließlich hatte Lewis fast sein ganzes Leben für die gleichberechtigte politische Teilhabe gekämpft.

























