27. 05. 2012
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Der OB schreibt einen Brief
(js) Kadir Topbas, Bürgermeister in Kölns Partnerstadt Istanbul, soll sich für die Freilassung des Schriftstellers Dogan Akhanli aus der U-Haft bis zur möglichen Verfahrenseröffnung einsetzen. Darum hat OB Jürgen Roters in einem jetzt veröffentlichten persönlichen Brief gebeten. Der türkischstämmige Kölner Menschenrechtler wurde am 10. August in Istanbul verhaftet, als er nach vielen Jahren Exil seinen kranken Vater besuchen wollte. Ihm wird vorgeworfen 1989 an einem Raubüberfall mit einem Toten teilgenommen zu haben. Kurz danach floh Akhanli nach Deutschland und nahm inzwischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft an. Die damaligen Zeugen haben ihre Aussagen inzwischen widerrufen, sie seien unter Folter gemacht worden.
Roters weist auf die Zweifel hin, die an Akhanlis Tatbeteiligung bestehen. In Köln sei Akhanli ein "angesehener Schriftsteller, der sich wesentlich für den interkulturellen, auf Versöhnung angelegten Dialog engagiert und hierbei für die Unteilbarkeit der Menschenwürde und den Frieden eintritt." Außerdem weist der OB auf Akhanlis Auseinandersetzung mit den "genoziden Erfahrungen der der türkischen Geschichte" hin. Er meint damit den Völkermord an den Armeniern 1915, bis heute ein strafbewehrtes Tabuthema in der Türkei. Roters wolle sich zwar nicht in ein laufendes Verfahren einmischen, bitte Topbas aber, sich dieser Angelegenheit anzunehmen. Ihm liege viel daran, dass die Vorwürfe gegen Akhanli "schnellstmöglich und nachvollziehbar überprüft würden und dass das Wohlergehen des Kölner Autors uneingeschränkt sicher gestellt sei."

























