27. 05. 2012
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Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft will im Irak investieren – erstmals
Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH will erstmals ein Investitionsvorhaben im Irak durchführen. Wie die bundeseigene Gesellschaft am gestrigen Mittwoch in Köln ankündigte, soll der irakische Mobilfunkbetreiber Zain Irak ein langlaufendes Darlehen über 35 Millionen US-Dollar erhalten. Damit soll die Kommunikationsinfrastruktur in dem von drei Kriegen weiterhin zerstörten Land wieder aufgebaut werden. Die DEG will jetzt im Irak ihre Rolle als Förderer der Privatwirtschaft in herausfordernden Regionen wahrnehmen, hieß es dazu weiter. Die Finanzierung ist Teil einer Tranche von 400 Mio. US-Dollar, die von der zur Weltbank-Gruppe gehörenden International Finance Corporation (IFC) arrangiert wird. Weitere Kapitalgeber sind die Entwicklungsfinanzierer Proparco (Frankreich) und FMO (Niederlande) sowie der von der Bundesregierung und der IFC ins Leben gerufene Darlehensfonds "Infrastructure Crisis Facility" (ICF), den die KfW mitgestaltet und -finanziert hat.
Es ist das erste Investitionsvorhaben der DEG in dem Land von Euphrat und Tigris. Mit der Vergabe des Darlehens wollen die DEG-Veranwortlichen zugleich ein Zeichen für weitere Kapitalgeber setzen. Der Empfänger des Darlehens ist einer der erfolgreichsten Anbieter von mobilen Kommunikationsdienstleistungen. Das Unternehmen ist eine Tochter der kuwaitischen Mobile Telecommunications Company K.S.C. (MTC), ein langjähriger Partner der DEG, dessen Mobilfunkinvestitionen sie beispielsweise in Madagaskar, Malawi und Uganda mitfinanziert hat. Zain Irak investiert in den Ausbau und die qualitative Verbesserung seines Mobilfunknetzes im Irak. Seit Vergabe der ersten Mobilfunklizenzen im Jahr 2003 ist die Nutzerzahl von anfangs 300.000 auf 20 MillionenTeilnehmer gestiegen. Der Aufbau funktionierender Mobilfunknetze bietet die Chance, mit geringeren Kosten als im Festnetzbereich auch in weniger entwickelten Gebieten eine Kommunikationsinfrastruktur zu schaffen, die für breite Bevölkerungsschichten zugänglich ist.
Von der Investition erhoffen sich nicht nur die Betreiber selbst positive Auswirkungen auf die irakische Volkswirtschaft. Auch Kleinstunternehmer wie Taxifahrer, Händler oder Bauern, die ihre Ware zum Markt bringen, verbessern so ihre Kommunikation und damit ihre Geschäftsmöglichkeiten. Ausbau, Betrieb und Wartung der landesweiten Mobilfunkstationen schaffen zahlreiche Arbeitsplätze. Über den Handel mit Handys und Mobilfunkkarten entstehen darüber hinaus im ganzen Land Beschäftigungsmöglichkeiten. Zudem ist mit Lizenz- und Steuereinnahmen von etwa 400 Millionen US-Dollar zu rechnen. Dies ist eine wichtige Einnahmequelle für den irakischen Staat, die zudem dazu beiträgt, die einseitige Abhängigkeit vom Ölsektor zu reduzieren. Die DEG hatte im Rahmen einer PPP-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bereits den deutschen Baustoffhersteller Knauf bei der Errichtung eines Schulungszentrums im Irak unterstützt. Nun folgt also die erste Investition in ein irakisches Unternehmen, so die Verantwortlichen abschließend.

























