27. 05. 2012
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Erster internationaler Kontakt des neuen OB
Am heutigen Montagmittag betrat der seit vergangener Woche amtierende Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters erstmals internationales Parkett. Er empfing im Kölner Rathaus eine Delegation unter Leitung des Vize-Gouverneurs der chinesischen Provinz Shaanxi, Jing Junhai. Seit knapp drei Jahren unterhält die Stadt enge Beziehungen zu der Provinz, die unter den Wirtschaftsstandorten der Volksrepublik den dritten Rang nach Shanghai und Peking einnimmt. "Ich fahre jetzt die Ernte ein, die meine Vorgänger gesät haben", erläuterte Roters. Tatsächlich baut die enge Beziehung zwischen der chinesischen Provinz und der Domstadt auf einem Abkommen auf, dass beide Seiten bereits am 29. November 2006 unterzeichnet haben. Die Vereinbarung sieht auf Ebene der Wirtschaftsförderung beider Gebietskörperschaften eine enge Zusammenarbeit, vor allem in Wirtschaftsfragen, vor. Im vergangenen Jahr legten beide Kooperationspartner ein Memorandum nach, in dem sie Kooperationen in den Bereichen Wirtschaft, Elektroindustrie, Energiewirtschaft, Maschinenbau, Gesundheitswesen sowie in der Luft- und Raumfahrt verabredeten. "Das sind wichtige Zukunftsprojekte", versicherte Roters.
Auch Vize-Gouverneur Jing Junhai erhofft sich von dem Antrittsbesuch beim neuen Oberbürgermeister positive Wirkungen. So lud der Repräsentant der chinesischen Provinzregierung den neuen OB zu einem Gegenbesuch in der Zeit vom 5. bis 9 April kommenden Jahres ein. Dann findet in der Stadt Xi’an zum 14. Mal ein internationales Business Event statt. Überhaupt hat die Provinz weit mehr zu bieten als die weltberühmte Terrakotta-Armee, die seit 1987 zum offiziellen Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Vor allem als boomende Wirtschaftsregion, unter anderem als Zentrum der Luftfahrtindustrie, machte sich die Provinz in den vergangenen Jahren einen Namen als Hotspot für internationale Investitionen. Zwar hat sich das Wirtschaftswachstum in der Region – im Jahr 2008 lag die Zunahme des BIP der Region bei unglaublichen 15,6 Prozent – deutlich abgeschwächt. Junhai zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Konjunkturpaket der chinesischen Zentralregierung und damit die Ankurbelung der Binnennachfrage positive Effekte weit über die chinesischen Grenzen hinaus haben wird. Neben der Zusammenarbeit auf den verschiedenen Gebieten der Wirtschaft erhoffen sich die chinesischen Offiziellen auch Impulse für weitere Projekte im Bereich der Bildung und der Kultur.
Die Delegation, die an dem Montag bereits eine Stadtführung hinter sich gebracht hatte, musste beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen zwar auf das neue Stadtoberhaupt verzichten. Dafür nahm sich jedoch der Kölner Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans der Delegation an. Er hatte auch maßgeblichen Anteil an den verschiedenen Abkommen zwischen den beiden Partnern in den vergangenen Jahren. So führte der ehemalige Staatssekretär der nordrhein-westfälischen Landesregierung unter anderem die Verhandlungen für das Memorandum, das beide Seiten im vergangenen Jahr im Zuge des China-Besuches einer Kölner Delegation zur Zeit der Olympischen Spiele ausgehandelt und unterzeichnet hatten. Die Provinz Shaanxi mit der Provinzhauptstadt Xi'an befindet sich im Herzen der Volksrepublik China. Die Stadt Xi’an hat nach offiziellen Angaben etwas mehr als acht Millionen Einwohner und gilt als Ausgangspunkt der weltbekannten Seidenstraße. Schon im 13. Jahrhundert bereiste der Kölner Gelehrte Tang Ruowang die chinesische Provinz. Dort stieg er unter anderem wegen der von ihm mitinitiierten Kalenderreform zum Mandarin erster Klasse auf.

























