27. 05. 2012
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Euro-Regio: Ein Vorbild für andere Grenzgebiete?
Die Organisatoren des Historischen Seminars II der Kölner Universität
luden zum Informationsaustausch und hochrangiger Besuch hatte sich
eingefunden.
„Pro Tag nahmen rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unserer
Veranstaltung teil“, berichtet Martina Pilger über den Erfolg der
Veranstaltung. Am Mittwochmittag begann die dreitägige Konferenz mit
Vorträgen zu Grundlagen, Geschichte und spezifischen Fragen der
grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Euro-Region. Neben der Rolle
als Wirtschaftspartner arbeiten die Regionen, Landkreise, Kommunen und
(zivilen) Institutionen auch auf dem Gebiet der Kultur und Wissenschaft
intensiv zusammen, wie ein Blick auf das Programm der Veranstaltung
verriet.
Hoher Besuch aus den Nachbarstaaten
Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war sicherlich die abschließende
Podiumsdiskussion am Freitag. Vor rund 60 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern diskutierten hochrangige Vertreter der vier Nachbarstaaten,
des NRW-Europaministeriums sowie der EU-Exekutive über die Zukunft der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dabei herrschte große Einigkeit,
dass durch die vielfältigen Beziehungen und Verbindungen das Netz
gegenseitiger Kontakte sicherlich auf europäischer Ebene seines
Gleichen sucht. Es dürfte spannend sein, wie sich diese Zusammenarbeit
auf andere Grenzregionen übertragen lässt. Doch auch hier konnten die
Experten auf dem Podium Gutes berichten. Die meisten der dort
versammelten Verantwortlichen haben über das Netzwerk der Europäischen
Union und seiner nachgeordneten Arbeitskreise bereits seit Jahren
intensive Kontakte zu anderen Staaten, insbesondere zu den zwölf neuen
Beitrittsländern in Mittel- und Osteuropa (darunter auch die
„Visegrad-Staaten“), aufgenommen.
Bild der EU-weiten Zusammenarbeit vielschichtig
„In der Provinz passiert ungeheuer viel“, so der Hinweis des
nordrhein-westfälischen Staatssekretärs im Europaministerium Michael
Mertes. Vieles bleibe allerdings unterhalb weitgehend unbekannt, da es
kaum Zugang zur überregionalen Berichterstattung findet. So wird
insbesondere die Europäische Union häufig als „bürokratischer Moloch“
empfunden. Dabei werden die wichtigsten Gesetze noch immer von den
Regierungen der EU-Mitgliedstaaten getroffen, so Frans Timmermans,
Minister für Europaangelegenheiten des Königreiches der Niederlande.
Barbara Gessler, Niederlassungsleiterin der Europäischen Kommission in
Bonn, zählte die enormen Zuwendungen auf, die die EU der so genannten
„territorialen Kohäsion“ widmet. In der laufenden Haushaltsperiode
(2007 bis 2013) sind alleine hierfür 8,7 Milliarden Euro vorgesehen.
„Die Vorschläge kommen dabei aus der Region. Wir stülpen da nichts
über“, versicherte Gessler.
Keine Paradelösung möglich
Allerdings sind auch die inzwischen 52 grenzüberschreitenden
Kooperationsprojekte und 13 transnationalen Projekte kaum übertragbar.
„Ein Wissenstransfer ist nicht möglich“, so das klare Urteil von
Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der deutschsprachigen
Gemeinschaft in Belgien. Aber durch den beständigen Erfahrungsaustausch
mit Vertretern anderer Grenzregionen führt trotz aller Komplexität
trotzdem zu weiteren Positivbeispielen. Eines davon ist die Region
Schlesien mit Grenzen zu Deutschland und Tschechien. An diesen
Aktivitäten sind neben der EU und den Zentralstaaten auch die
Bundesländer beteiligt, erklärte Nicolas Schmitt, Minister für
Europäische Angelegenheiten des Großherzogtums Luxemburg. „Wir erhalten
häufiger Besuch aus anderen EU-Staaten, die sich bei uns anschauen, wie
wir zusammenarbeiten“, bestätigte Jan P.R.M. van Laarhoven,
Generalsekretär der Benelux-Wirtschaftsunion in Brüssel. Das sei zwar
keine konkrete Hilfe, trage aber zu möglichen neuen Lösungen bei, so
der belgische Verbandsvertreter abschließend.
Die Kongressreihe „Ces Chers Voisins“ wurde im Jahr 2005 vom
Historischen Seminar II der Kölner Universität, der Université
Catholique Louvain-la-Neuve (Belgien) und der Université Robert Schuman
CUU (Straßbourg/Frankreich) ins Leben gerufen. Die erste Konferenz fand
im vergangenen Jahr in Bonn statt. Im kommenden März gibt es bereits
den dritten Termin. Die Veranstaltung in Berlin wird sich mit dem
Schwerpunktthema „Maritimes Europa“ beschäftigen. Die diesjährige
Veranstaltung fand im Rahmen des Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahres
2008 statt. Zehn Kooperationspartner, darunter auch die Stadt Köln und
das Institut Francais Cologne haben den Kongress unterstützt.
Weitere Informationen zur Kongressreihe finden Sie im Internet unter: www.ces-chers-voisins.eu.

























