27. 05. 2012
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In Köln werden Brücken gebaut
Am heutigen Dienstag kamen im Kölner Hotel Regent im Kölner Stadtteil Braunsfeöd rund 170 Experten, darunter auch rund 40 aus dem europäischen Ausland, zur 32. Auflage der internationalen Arbeitstagung zusammen. Auf dem Programm standen Experten- und Fachvorträge zum Stand der Brücken- und Tunnelbautechnik sowie die Vernetzung und der grenzüberschreitende Austausch der Fachplaner und Konstrukteure. Landesbauminister Lutz Lienenkämper eröffnete die Fachveranstaltung am heutigen Dienstagmorgen und sprach dem Brückenbau nicht nur im sprichwörtlichen Sinne eine überragend wichtige Bedeutung zu. "Wir brauchen Brücken, um Menschen zu verbinden und Lücken zu schließen", so der CDU-Minister. Nach 1974 (Düsseldorf) und 1985 (Münster) fand die Fachveranstaltung in diesem Jahr zum dritten Mal im bevölkerungsreichsten Bundesland statt. Unabhängig von der Ästhetik solcher Bauwerke geht es vor allem um die Funktionalität und die Anpassung an ein geändertes Verkehrsverhalten und einen anderen Verkehrsmix.
Davon weiß auch Prof. Dr. Dr. E. Kunz zu berichten, der sich im Bonner Bundesverkehrsministerium mit Brückenbau auf den Bundesstraßen beschäftigt. Der Zustand der bundesweit rund 38.000 Brücken- und Tunnelbauwerke auf den Autobahnen und Bundesstraßen ist in der Tat renovierungsbedürftig. In einer Art "Screening" hatte das Bundesministerium im vergangenen Jahr die Länder damit beauftragt, besonders sanierungsbedürftige Bauwerke zu benennen und Vorschläge für eine Prioritätenliste zu erarbeiten. Auf dieser Liste befinden sich derzeit rund 2200 Bauwerke, wie Kunz weiter berichtete. Nach Angaben des Ministeriums wolle die Bundesregierung den Etat für die Sanierung solcher Bauwerke von derzeit rund 350 auf 500 bis 600 Millionen Euro pro Jahr erhöhen. Grund für den offenkundigen Sanierungsstau ist ein geändertes Verkehrsverhalten sowie eine deutliche Zunahme des Schwerlastverkehrs. Anfang 2011 steht der nächste Schritt an. Die Bundesregierung will einen Feldversuch mit höheren Maximalgewichten für Lastkraftwagen testen. Statt der heute üblichen 40 sollen Nutzfahrzeuge dann bis zu 44 Tonnen wiegen.
Die zweitägige Fachveranstaltung läuft noch bis zum morgigen Mittwoch. Erstmals in ihrer inzwischen 40-jährigen Geschichte wurde in Köln übrigens auch ein simultaner Übersetzungsdienst eingerichtet. Und bemerkenswert war auch der Tipp des Landesministers aus Düsseldorf. "Genießen Sie die wunderschöne Stadt und das Bier hier", gab der CDU-Politiker den Gästen auf den Weg. Kein Wunder, Lienenkämper ist in Köln geboren.

























