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27. 05. 2012
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Köln ist Gastgeber einer internationalen Bürgermeister-Konferenz


01.12.2011 11:08 von:

Schlagwörter: Köln,Oberbürgermeister-Konferenz,Nahost,Friedenspolitik,Bethlehem,Tel Aviv,Lille

Am gestrigen Mittwoch fand in Köln eine internationale Bürgermeister-Konferenz statt. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Kölner Partnerstädte Bethlehem, Tel Aviv, Lille, Barcelona und Istanbul kamen an den Rhein, um gemeinsam ihren Beitrag zum Frieden im Nahen Osten zu leisten. Am frühen Abend trafen sich dann mehr als 100 Gäste der Konferenz sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kölner Ratsfraktionen im Hansasaal des Historischen Rathauses, um hier den erfolgreichen Verlauf der Konferenz entsprechend zu würdigen. Dabei ließ der Gastgeber des feierlichen Empfangs keine Zweifel daran, dass bereits das Zustandekommen der Konferenz ein Erfolg ist. “Drei Jahre Vorarbeit und mehrere Vorbereitungstreffen gingen der Konferenz voraus. Die Konferenz beweist, dass wir als Städte souverän und eigenständig agieren können”, erklärte Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters. Besonders in Richtung Nahost appellierte Roters an die Regierungen in Israel dem Nationalismus, Rassismus, vor allem aber Terror und Gewalt abzuschören. “Das sind Konzepte des vergangenen Jahrhunderts. In das 21. Jahrhundert passen sie nicht”, so Roters weiter. Dabei machte sich Roters für eine Zwei-Staaten-Lösung stark, wohlwissend, dass die Entscheidungen dazu in anderen Gremien beschlossen werden. Zugleich w-idersprach der erste Bürger der Domstadt auch dem Vorwurf, dass Köln mit seinen internationalen Aktivitäten eine Art “Ersatz-Außenpolitik” betreibe. “Wir tun das, wozu wir unseren Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet sind.

Roters würdigte dabei die Arbeit seiner Amtsvorgänger, allen voran Ex-Oberbürgermeister und Ehrenbürger Dr. h.c. Norbert Burger, der als Ehrengast ebenfalls den Termin wahrnahm. Schon lange vor der offiziellen Städtepartnerschaft begann in Köln die inzwischen mehr als 50-jährige Tradition des Jugend- und Schüleraustausches. Roters erinnerte dabei auch an die Bemühungen des Kölner NS-Dokumentationszentrums, die inzwischen eine Datenbank mit mehr als 7000 Opfern des nationalsozialistischen Rassenwahns aufgebaut haben. Mit der Aufnahme offizieller partnerschaftlicher Beziehungen im Jahr 1979 krönte die Domstadt schließlich diese Pionierarbeit. Seit nunmehr 15 Jahren unterhält Köln zudem eine Städtepartnerschaft mit der Geburtsstadt des christlichen Religionsstifters in Bethlehem. Köln ist damit seit dieser Zeit die einzige deutsche Städte, die bei ihren auswärtigen Beziehungen sowohl in Israel als auch in Palästina Städtepartnerschaften unterhält. Roters zeigte sich jedoch erfreut, dass Städte wie Mönchengladbach, Jena und Xanten es der Domstadt gleich tun wollen. Große Hoffnungen setzt Roters auf den jüngsten Beschluss der UNESCO, Palästina gegen den Wiederstand der USA – als Vollmitglied aufnehmen zu wollen. Hier regte Roters einen “trilateralen Fachaustausch” zum Erhalt des kulturellen Erbes an. Zuletzt gab der Kölner Oberbürgermeister seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch im Nahen Osten und in der arabischen Welt die Demokratie von unten wächst. Nur so könne sie stabil und damit nachhaltig sein.

Nachdem NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ihre Teilnahme am gestrigen Empfang kurzfristig absagen musste, kam statt ihrer ein alter Bekannter ins Rathaus zurück. Der frühere Wirtschaftsdezernent und Stadtkämmerer Dr. Norbert Walter-Borjans, inzwischen als Finanzminister Mitglied der Landesregierung, vertrat die Ministerpräsidentin und wünschte den Beteiligten ebenfalls viel Erfolg. Die Bürgermeisterkonferenz sei ein “wichtiges Zeichen für Deutschland”, schließlich zeige sich, dass es entgegen der medialen Darstellung “Kräfte gibt, mit denen man etwas aufbauen kann”. Dem kulturellen Austausch über die Staatsgrenzen hinweg müsse nun ein politisch-administrativer folgen. Wer könnte besser als die Deutschen Zeugnis davon abgeben, wie man gutnachbarschaftliche Beziehungen aufbaut, allen negativen historischen Erfahrungen zum Trotz. Walter-Borjans unterstützte dabei seinen früheren Dienstherrn und Parteifreund Roters ausdrücklich in den Bemühungen, auf kommunaler Ebene grenzüberschreitend und damit friedensstiftend zu wirken. “Das Leben finden nicht in den großen, internationalen Konferenzen, sondern in den Städten und Gemeinden statt”, erklärte der Landesminister. Dass die Konferenz ausgerechnet in Köln realisiert wird, sei fast logisch. Köln verfügt schließlich über eine jahrhundertelange Tradition der Toleranz und einer “friedlichen, koexistenziellen Stimmung”, so der in Köln wohnhafte SPD-Politiker abschließend.







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