Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

Kurden demonstrieren gegen Repressionen in ihrer Heimat


05.04.2011 16:09 von:

Schlagwörter: Köln,Heumarkt,Protest,Kurden,2011,April,Kundgebung,Demonstration,Abschluss,Repre

In Deutschland leben derzeit geschätzte 800.000 Menschen, die einen kurdischen Migrationshintergrund ihr eigen nennen. Allerdings werden sie in den offiziellen Statistiken des Landes als Syrer, Iraker, Iraner und – der überwiegende Teil dieser Community – Türken geführt. Auf dem Kölner Heumarkt befindet sich seit dem vergangenen Wochenende ein großes Zelt samt benachbartem Kaffeestand, je nach Wetterlage umzäumt von einigen Dutzend bis Hunderten von Menschen mit kurdischem Hintergrund. Ziel ist es, gegen die Repressalien der genannten Staaten im Nahen Osten die Stimme zu erheben und für Frieden und eine politische Autonomie einzutreten. "Wir hoffen auf Anerkennung unserer nationalen Identität durch die Bundesrepublik", erklärte der Sprecher des Veranstalters, Adnan Celikaslan. Zusammen mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern will er den Kölnerinnen und Kölnern die kurdische Frage nahe bringen. Geplant sind neben Diskussionen auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Musik, wie der Organisator der Redaktion verriet.

Kritik konzentriert sich auf Erdogan

Neben der deutschen Bundesregierung steht für die Organisatoren vor allem der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auf der Anklagebank. Darauf angesprochen räumte Celikaslan zwar ein, dass die Situation der Kurden in der Türkei sich in den vergangenen Monaten zumindest nicht verschlechterte. Ein gutes Haar an dem mit absoluter Mehrheit regierenden türkischen Staatsmann ließ er dennoch nicht. "Erdogan will uns hintergehen. Unsere Ziele nach einer Autonomie bleiben, sonst geht unsere Identität verloren", führte der Organisator aus. Einen eigenen Staat und damit die vollständige Unabhängigkeit wollen seiner Aussage zufolge auch die meisten Kurden nicht. "In Istanbul leben alleine rund vier Millionen Menschen mit kurdischen Wurzeln. Käme die staatliche Unabhängigkeit, hätten wir in der Türkei Bürgerkrieg", räumte Celikaslan ein. Dass in der regierenden AK-Partei alleine 76 kurdische Abgeordnete Sitz und Stimme im Parlament haben und damit fast vier Mal so viele wie die eigentlich kurdische Oppsitionspartei BDP, gibt zwar Anlass zur Hoffnung. Echte Fortschritte auf dem Weg zu einer wirklichen Aussöhnung unter Beibehaltung der kulturellen Wurzeln seien jedoch nicht erkennbar, so der kurdische Organisator weiter.

Am kommenden Samstag haben die Veranstalter zu einer großen Protestkundgebung aufgerufen. Um 13 Uhr sammeln sich die Demonstranten auf dem Heumarkt, um dann bis zur zentralen Abschlusskundgebung einen Zug durch die Kölner Innenstadt durchzuführen. Dort wird auch eine weitere Forderung der kurdischen Verbände auf Transparenten zu sehen sein, nämlich dass die kurdischen Freiheitsbewegungen endlich von der "europäischen Terrorliste" gestrichen werden. Am "gerechtfertigten" Widerstand der Kurden hingegen gebe es keine Zweifel, so eine weitere Forderung der Kurden in Deutschland.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse