27. 05. 2012
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OB sagt Teilnahme an Olympia-Eröffnung ab
Das teilte am heutigen Freitag das städtische Presseamt mit. Die vier
großen Ratsfraktionen seien in die Entscheidung miteinbezogen, hieß es
dazu weiter. Wesentlich beeinflusst habe die Entscheidung, dass die
Volksrepublik in den kommenden Monaten plane, alle ausländischen
Studenten aus dem Land weisen zu wollen. Auch die Universität zu Köln
ist hiervon unmittelbar betroffen. Stattdessen soll der ursprüngliche
Zweck der Reise, der Ausbau der wirtschaftlichen und
städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen Köln und Peking, betont
werden, hieß es von offizieller Seite.
„Die Einladung der Stadtregierung Peking zur Teilnahme an den
Eröffnungsfeierlichkeiten der Olympischen Sommerspiele 2008 hat mich
sehr gefreut, da sie ein Symbol der guten partnerschaftlichen
Verbindung zwischen unseren Städten ist“, erklärte Schramma. Die Stadt
Köln habe sich die Zusage zu der offiziellen Feier jedoch mit Blick auf
die Entwicklung der Menschenrechtslage in China und der Situation in
Tibet offengehalten, um die aktuelle politische Situation bei der
Entscheidung mit zu berücksichtigen. Auch die kritische Haltung des
Europäischen Parlaments sowie die Weigerung, die
UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour einreisen zu lassen, trugen
ihren Teil zur Entscheidung bei, ließ Schramma durchblicken.
Die Idee des Dialogs durch Sport werde die Stadt Köln aber bei ihrem
geplanten Köln-Empfang in Peking betonen. Hierzu sollen auch
Athletinnen und Athleten beider Länder eingeladen werden, unter anderem
die Kölner Fechtweltmeisterin Britta Heidemann. Ein Boykott der
Olympischen Spiele wäre nach Ansicht von Oberbürgermeister Fritz
Schramma ebenso kontraproduktiv wie ein Einfrieren der
städtepartnerschaftlichen Beziehungen. Bereits in der vergangenen Woche
hatten sich die geladenen Redner, unter ihnen auch Ex-WDR-Intendant Dr.
Fritz Pleitgen und NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf, vehement gegen
einen Olympia-Boykott ausgesprochen. „Unser Ziel muss es sein, die
reformwilligen Kräfte im Land zu unterstützen. Das geht nur im
fortwährenden offenen Dialog“, erklärte Schramma weiter.
Die neuntägige Reise wird die Delegation auch in die Industriestadt
Xi’an führen. Neben Gesprächen mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern
der genannten Städte und Regionen steht auch der kulturelle Austausch
sowie die Zusammenarbeit im Bildungsbereich auf dem Programm. Das
Programm steht allerdings derzeit noch nicht abschließend fest.
Insbesondere die geplante Reise von 20 Kölner Studentinnen und
Studenten im Rahmen der ursprünglich vorgesehenen Summer School mit
zwei Pekinger Hochschulen steht nach der Ankündigung aus Peking auf der
Kippe, wie die Stadt abschließend einräumte. Schramma werde aber trotz
der harten Haltung der Regierung „mit der nötigen Sensibilität“ auch
Menschenrechtsthemen ansprechen, kündigte das Kölner Stadtoberhaupt
abschließend an.

























