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27. 05. 2012
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Tunesischer Botschafter zum Antrittsbesuch in Köln


08.12.2011 13:49 von:

Schlagwörter: Köln,Rathaus,Jürgen Roters,2011,Dezember,Eyles Ghariani,Botschafter,Antrittsbesu

Elyes Ghariani ist seit August dieses Jahres neuer Botschafter von Tunesien in der Bundesrepublik. Am heutigen Donnerstag stattete der Diplomat der Domstadt und ihrem ersten Bürger, Oberbürgermeister Jügen Roters, seinen Antrittsbesuch ab. Beide hatten in der Tat einiges zu besprechen, nicht nur die allgemeinpolitische Lage in dem nordafrikanischen Küstenstaat. Wie Ghariani erklärte, haben in seinem Land “demokratisch-transparente Wahlen” für ein neues Parlament stattgefunden. Vor allem die junge Generation, mehr als die Häfte aller Tunesier sind jünger als 25 Jahre, blicke mit Optimismus in die Zukunft. “Die Lage verbessert sich von Tag zu Tag”, beschrieb der Botschafter die derzeitige Situation. Tunesien war das erste Land, das im Zuge der demokratischen Revolutionen seine Alleinherrscher aus dem Amt jagte. Die Jasmin-Revolution sorgte in dem nordafrikanischen Bogen bis nach Mittelasien für eine Welle der Volksaufstände, die bis heute andauert.

Nun gelte es, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tunesien auf neue Grundlagen zu stellen und dabei spielt Köln, seit 1964 durch eine Städtpartnerschaft mit der Landeshauptstadt Tunis freundschaftlich verbunden, eine wichtige Rolle. Roters bestätigte, dass neben einer Intensivierung des kulturellen Austausches zwischen beiden Millionenstädten auch das Thema Umwelttechnik, hier besonders die Aspekte Müllvermeidung und Müllverwertung, im Vordergrund stehen. Erst vor wenigen Tagen erhielt die Stadt die Zusage über einen Zuschuss des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 20.000 Euro. “Damit starten wir einen Expertenaustausch”, so Roters zur Verwendung der Gelder. Das aber könne nur ein Anfang sein, um auch auf Ebene der Kommunen die junge Demokratie in dem Maghreb-Staat zu festigen.

Die Kontakte zwischen Tunesien und Köln haben erst im November anlässlich eines Netzwerktreffens Deutscher kommunen mit Partnerschaften in Nordafrika einen wichtigen Impuls erhalten. Damals kam der neue Oberbürgermeister von Tunis, Seifallah Lasram, auch nach Köln, um hier Kooperationsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene auszuloten. Dabei stattete er auch der AWB und hier insbesondere der Müllverbrennungsanlage im Kölner Norden einen Besuch ab. Diese sektorale Zusammenarbeit scheint nun konkrete Formen anzunehmen, wie beide Seiten durchblicken ließen. “Wir möchten uns gerne und intensiv daran beteiligen”, bestätigte Roters seinem hohen Gast. Ghariani ist seit 1982 im diplomatischen Dienst seines Landes tätig. In seiner beruflichen Laufbahn war er in verschiedenen Aufgaben in Deutschland aktiv, zuerst als Botschaftssekretär, später als Gesandter und seit August als ranghöchster diplomatischer Vertreter seines Landes in der Bundesrepublik. Zu Köln verbindet ihn ein besonders inniges Verhältnis. “Immer, wenn ich in Köln bin und Durst habe, gehe ich in die Ständige Vertretung. Das ist meine erste Liebe”, so Ghariani abschließend.

Im vergangenen Jahr fand in Tunesien die Jasminrevolution statt, im September 2011 mündete das in der ersten verfassungsgebenden Wahl. Damit auch in Deutschland lebende tunesischer Staatsbürgerinnen und Staatbürger ihre Stimme abgeben konnten, hatte die Stadt Köln im Rathaus ein Wahllokal eingerichtet.







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