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27. 05. 2012
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Zwei Karnevalhochburgen sollen Partner werden


17.07.2011 20:38 von:

Schlagwörter: Köln,Rio de Janeiro,Städtepartnerschaft,2011,Juli,September,Unterzeichnung,Vertr

14 Jahre lang hatte Köln 21 internationale Partnerstädte. Am gestrigen Donnerstag stellte sich der Kölner Stadtrat mit großer Mehrheit hinter das Anliegen, eine 22. Stadt in die Reihe der Partner aufzunehmen. Rio de Janeiro, bekannt durch Samba, Zuckerhut und Karneval, soll im September dieses Jahres im dortigen Kommunalparlament sein Plazet geben. Im gleichen Monat sollen dann die Verträge während der diesjährigen deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage unterzeichnet werden, teilte die Stadt am Tag nach der Ratsentscheidung mit. Dorthin wird Oberbürgermeister Jürgen Roters im September dieses Jahres an der Spitze einer Kölner Delegation reisen. Dort will das Kölner Stadtoberhaupt gemeinsam mit seinem Amtskollegen Eduardo da Costa Paes die entsprechende Vereinbarung paraphieren.

Rio de Janeiro ist zweitgrößte Stadt und neben São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum Brasiliens. "Ich freue mich, dass die Gründung der Städtepartnerschaft mit Rio de Janeiro im Rat der Stadt Köln eine so breite Mehrheit gefunden hat. Mit dieser Partnerschaft erschließen wir uns privilegierte Kontakte in eine der faszinierendsten Städte dieser Welt und in das größte, politisch wie wirtschaftlich bedeutsamste und kulturell überaus reiche Land Lateinamerikas, das neben China, Indien und Russland zu den vier wichtigsten Schwellenländern der Welt zählt", begrüßte Roters die Entscheidung der Politik. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Städten wird sich auf zahlreiche Handlungsfelder erstrecken, wie die Kölner Verantwortlichen weiter ausführten.

Das Management großer Veranstaltungen, im Besonderen sportlicher Großereignisse, steht im Mittelpunkt des Interesses. Rio de Janeiro ist Austragungsort der FIFA-Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016. Unter dem Stichwort "Green Copa" hat sich die künftige Partnerstadt das Ziel gesetzt, beide Sportgroßveranstaltungen umweltgerecht und nachhaltig durchzuführen. Dazu wird es ebenso einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch geben wie zu den Themen Sicherheit, Verkehr, Stadtplanung und Tourismus. Klima-, Katastrophen- und Umweltschutz mit einem besonderen Augenmerk auf Innovation und Nachhaltigkeit zum Beispiel beim Hochwasserschutz beschäftigen beide Städte gleichermaßen. Sie haben sich vorgenommen, bei diesen Fragen künftig eng zu kooperieren, beste Praktiken auszutauschen und zukunftsfähige Lösungen für die immer urbaner werdende Welt zu entwickeln. An der im Juni 2012 in Rio de Janeiro stattfindenden UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung wollen sich beide Städte aktiv beteiligen, hieß es dazu weiter.

Wirtschaftlich wird sich Köln durch die Partnerschaft mit Rio de Janeiro in einer der dynamischsten Volkswirtschaften weltweit in eine attraktive Position bringen. Der brasilianische Markt bietet nicht nur viel Potential für Investitionsmöglichkeiten der Kölner Firmen, sondern ebenso umgekehrt für die Akquise dortiger Unternehmen für den Standort Köln. Mit rund 15.000 Menschen brasilianischer Herkunft bildet die Region Köln die größte brasilianische Gemeinde in Deutschland. "Bereits in der Gründungsphase der Städtepartnerschaft hat sich gezeigt, wie vielfältig und lebendig die Kölner Beziehungen zu Rio de Janeiro sind. Dass wir mit zwei Städtepartnerschaftsvereinen an den Start gehen werden, unterstreicht, wie tief verankert diese künftige Städtepartnerschaft schon jetzt in der Kölner Bürgerschaft ist.", erklärte der Kölner Oberbürgermeister weiter. Bereits im Vorfeld haben sich erste Netzwerke zwischen Schulen und Hochschulen ausgebildet. Auch die Kirchen arbeiten über Stiftungen bereits zusammen, berichtete die Stadt weiter.

Der Kölner Delegation werden neben dem Stadtoberhaupt auch Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Sport, Bildung und Klimaschutz angehören. Die Reise ist für den Zeitraum zwischen dem 17. und 21. September terminiert. Die Teilnehmer werden die Reisekosten größtenteils selbst tragen, hieß es dazu weiter. Roters und die Initiatoren aus Köln hoffen so, die Städtepartnerschaft von Anfang an auf eine breite Basis stellen zu können. Noch nicht ganz klar ist, ob auch eine brasilianische Delegation noch in diesem Jahr zum Gegenbesuch nach Deutschland reisen wird. Im Vorfeld des Ratsbeschlusses haben sich in Köln gleich zwei Fördervereine gegründet. Im Juni hatte sich der Förderverein Köln Rio e.V. mit der Vorsitzenden Dr. Hildegard Stausberg gegründet. Anfang September folgte die Konstituierung des Städtepartnerschaftsvereins Köln-Rio e.V..


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