27. 05. 2012
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CDU-Kreisverband: Andrea Verpoorten als neue Vorsitzende vorgeschlagen
Andrea Verpoorten (38) ist seit dem Jahr 2010 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags und wird möglicherweise schon Ende März dieses Jahres ein weiteres wichtiges Amt übernehmen. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz hat der derzeit amtierende Kreisvorsitzende der Kölner CDU, Jürgen Hollstein, die CDU-Politikerin aus dem Kölner Südwesten als Nachfolgerin vorgeschlagen. Hintergrund ist die für den 24. März anberaumte Generalversammlung der Kölner CDU. Am Aschermittwoch hatte Hollstein in einer Mail an alle Mitglieder die 38-jährige Rechtsanwältin als Kandidatin für die Nachfolge Hollsteins vorgeschlagen. Hollstein selbst wolle auf eine erneute Kandidatur verzichten, da er aus beruflichen Gründen inzwischen nur noch selten in Köln weile.
„Das ist mit einer Fortführung des Amtes unvereinbar. Deshalb habe ich viele Gespräche innerhalb der Partei über die Nachfolge geführt, und immer wieder ist dabei mit positiver Betonung der Name 'Andrea Verpoorten' gefallen", erklärte der 46-Jährige am heutigen Mittwoch. Er selbst bezeichnete seine Wunschkandidatin als „hervorragenden Vorschlag“. Damit steht die Landtagsabgeordnete als Nachfolgerin Hollsteins zur Wahl. Verpoorten hatte bei den Landtagswahlen im Mai 2010 für eine Überraschung gesorgt und das Direktmandat im Kölner Südwesten erhalten. Sie stemmte sich dabei gegen den landesweiten Trend, der zugleich auch das Ende der schwarz-gelben Landesregierung bedeutete. Nach wenigen Monaten wurde sie innerhalb der Landtagsfraktion zur medienpolitischen Sprecherin ihrer Fraktion gekürt.
„Ich empfinde den Vorschlag als große Herausforderung, und ich habe einige Tage nachdenken müssen. Dann habe ich gerne Ja gesagt. Es ist eine großartige und reizvolle Aufgabe, die Partei Konrad Adenauers, der ich seit dem 17. Lebensjahr angehöre, in meiner Heimatstadt wieder zur stärksten politischen Kraft zu machen“, betonte Verpoorten. Dabei stehen in der Tat arbeitsreiche Wochen und Monate bevor. 2013 sind Bundestagswahlen, im darauffolgenden Jahr stehen mit den Wahlgängen zum Europäischen Parlament und den Kommunalwahlen gleich zwei Wahlgänge auf der Agenda. Die CDU-Politikerin will dabei ihre Partei als „moderne Großstadtpartei“ positionieren und dabei „neue Formen des gesellschaftlichen Dialogs“ etablieren. Dass sie dabei nicht zwangsläufig den Weg in die virtuelle Welt der „sozialen Medien“ meint, zeigt ein Blick auf ihren Wahlkampf im Jahr 2010. Durch Hausbesuche, das so genannte „Canvassing“, dürfte die CDU-Politikerin so manche Stimme im persönlichen Dialog an sich gebunden haben.
Kritische Töne gibt es aber auch. So müsse insbesondere die Außendarstellung der Stadt Köln verbessert werden, hier liege einiges im Argen. Dabei gibt es nicht gerade wenige Pfunde, mit denen die größte Stadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes wuchern kann. Die Medien- und Internetstadt gilt als Zentrum der NRW-Kreativwirtschaft, die zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen machen aus Köln zudem einen Wissensstandort. Nicht Düsseldorf ist hier Konkurrent, sondern eher Metropolen wie Hamburg, München oder Frankfurt am Main, so die designierte Kölner CDU-Vorsitzende weiter. Zuletzt wolle sie als Vertreterin einer christlichen Partei auch den Dialog mit den anderen Religionsgemeinschaften pflegen und ausbauen, so Verpoorten abschließend.

























