27. 05. 2012
Seite drucken
Chorweiler hat einen neuen Bezirksbürgermeister
Neuer Bezirksbürgermeister für die restlichen Sitzungen bis zur
Kommunalwahl im kommenden Frühjahr wird Jürgen Kirchner,
Bezirksvertreter der SPD.
Seine eigene Partei beglückwünschte den neuen Ortsvorsteher zu seiner
Wahl. Dabei verwies sie auf die parteiinternen Auseinandersetzungen
beim politischen Gegner. „Während die CDU in Köln und Chorweiler
offensichtlich tief zerstritten ist, zeigt sich die SPD
handlungsfähig“, kommentierte SPD-Chef Jochen Ott die gestrig Wahl.
Kirchner sei ein „Mann des Ausgleichs“, die BV habe somit eine „gute
Wahl getroffen“, so Ott weiter. Lierenfeld fiel in den zurückliegenden
Monaten vor allem durch Abwesenheit auf. Weder in den Sitzungen der
Bezirksvertretung noch in den Ratssitzungen, wo er für die CDU-Fraktion
Sitz und Stimme hat, ließ sich Lierenfeld blicken. Als Grund für seine
Abwesenheit gab der abgewählte CDU-Kommunalpolitiker wiederholt
berufliche Gründe an. Nur seine Ehefrau Lidwina, die ebenfalls für die
CDU in der Chorweiler Bezirksvertretung sitzt, stimmte in der gestrigen
Sitzung für ihren Mann.
Der Unmut über das Verhalten ihres Parteifreundes wurde zuletzt immer
größer. Sowohl aus den Reihen der Ratsfraktion als auch von den
Mitgliedern der CDU-Fraktion in Chorweiler kam Kritik. Gerade im
Stadtrat, wo die CDU eigentlich 29 Sitze innehat und somit mit einem
Mandat Vorsprung die stärkste Fraktion stellt, war der Unmut über den
Ortsbürgermeister besonders groß. Mehrfach wurde er von seinen
Parteifreunden zur Rede gestellt, ohne den gewünschten Erfolg. Als
Kommunalpolitiker in Rat und BV erhält Lierenfeld auch weiterhin eine
Aufwandsentschädigung, auch wenn die nach seiner Abwahl als
Bezirksbürgermeister etwas geringer ausfallen dürfte. In einer
offiziellen Stellungnahme äußerte die CDU ihr Bedauern über das
Ausscheiden Lierenfelds als Bezirksbürgermeister. Bis zuletzt hatte man
in der Kölner Parteiführung gehofft, im Gespräch mit Lierenfeld eine
Einigung zu erzielen. „Offenbar konnte auch in diesen Gesprächen der
letzten Tage keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden“, erklärte
CDU-Kreisvorstand Jürgen Hollstein. Seiner Ansicht spielten neben den
beruflichen Gründen auch „personelle Unstimmigkeiten“ eine Rolle bei
der Entscheidung. Unabhängig von der Abwahl will die CDU in Chorweiler
auch weiterhin „ein verlässlicher Partner für die Bürgerinnen und
Bürger“ sein, hieß es in der Stellungnahme abschließend.

























