27. 05. 2012
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City-Marketing gibt Gas in Sachen Markenbildung
Ohne Düsseldorf ist die Metropolregion nur ein "Regiönchen", so das Urteil der Verantwortlichen des Vereins City-Marketing Köln, einem Zusammenschluss von Geschäftsleuten in der Kölner Innenstadt. Die beiden Vorstände Heinrich Remagen und sein Kollege und Vorstandsmitglied Dieter Zeibig widerholten am heutigen Freitag erneut ihren Wunsch nach einer einheitlichen und doch differenzierten Markenführung für die Domstadt. "Die Marke Köln soll Köln national und international stärker positionieren", forderte City-Marketing-Vorstand Zeibig auf der heutigen Pressekonferenz des Vereins. Bereits seit längerer Zeit arbeiten Verein und die Stadtverwaltung in einigen Bereichen eng zusammen. Dabei sieht sich der Verein als "neutraler Spezialist", der den Prozess der Markenbildung konstruktiv und kritisch begleiten will. Neben der Obermarke sollen weitere Submarken entwickelt werden, so die Anregung der Vereinsverantwortlichen. Allerdings benötige man zur Bündelung der markenrelevanten Aktivitäten eine führungsstarke Institution.
Steuerungsbedarf in Köln
Eine der wichtigsten Kritikpunkte ist der eingeengte Fokus der Marketinggesellschaft Cologne Bonn Business GmbH. "Wir sind der Auffassung, dass man regionales Standortmarketing breiter aufstellen muss", kommentierte City-Marketing-Präsident Remagendie bisherigen Bemühungen. Eine Orientierung in Richtung Landeshauptstadt sei unverzichtbar. "Die Zukunft liegt in der Region Rheinland", so Remagen weiter. Wie schon Kölns Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans fordert auch der Verein City-Marketing eine umfassende Neuausrichtung der gemeinsamen Marketinggesellschaft. Immerhin ist auch City-Marketing Gesellschafter Mitglied in dem Verbund, der bislang allerdings die Region Düsseldorf/Neuss außen vor lässt. Zusammen mit den nördlichen Nachbarkommunen sei man eher in der Lage, internationale Erkennbarkeit und die daraus erwachsenden wirtschaftlichen Synergien zu nutzen. Ein Beispiel für die Aktivitäten der Marketinggesellschaften sind die Messeauftritte bei den internationalen Immobilienmessen Mipim und Expo Real. Obwohl nur 40 Kilometer voneinander entfernt treten die Region Köln/Bonn und Düsseldorf mit unterschiedlichen Messeständen auf. Die liegen häufig nicht einmal in einer Halle, obwohl beide Standorte eigentlich die Rheinschiene und damit eine Metropolregion abbilden können.
Deutzer Hafen und eine neue Kunsthalle
Auch in Sachen Stadtentwicklung wiederholte der Verein seine Forderungen. Hier folgen die Geschäftsleute der Linie von Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent. Remagen und seine Mitstreiter sind für einen Ausbau des Hafenareals zu einem hochwertigen Gewerbestandort mit eventueller Wohnungsnutzung. Die Fläche sei eine der letzten im Bereich der Innenstadt und biete großes Potenzial. Auch aus Umweltgründen sei der Deutzer Hafen in seiner jetzigen Form ein Ärgernis für die City-Geschäftsleute. "Es kann nicht sein, dass die Umwelt belastende Kfz nicht mehr in die Umweltzone einfahren dürfen, aber im Deutzer Hafen – der ebenso im Bereich der Umweltzone liegt – weiterhin Binnenschiffe die Kölner Luft mit ihrem Feinstaub verschmutzen", fasste Remagen seine Kritik zusammen. Eine Planungswerkstatt soll schlüssige Konzepte zur Weiterentwicklung erarbeiten, fordert der Verein weiter.
Auch in Sachen Kunstmetropole will der Verein neue Akzente setzen. Ein solcher Impuls könnte die Einrichtung einer Kunsthalle sein. So unterstützt der Verein die "European Society for Contemporary Art", die derzeit für die Einrichtung einer solchen Kulturstätte einsetzt. "Zeitgenössische Kunst ist zunehmend ein wichtiger Standortfaktor und positiver Imageträger für Unternehmen, da die Unterstützung der Kunst in Zeiten knapper kommunaler Finanzen gut investiertes Geld darstellt", hieß es dazu weiter. Eine Kunsthalle könnte zudem den derzeitigen Trend wegziehender Galerien aufhalten. Die "European Kunsthalle" am Ebertplatz ist zwar bereits als temporärer Standort aktiv. Allerdings benötigt Köln eine Institution, die auf aktuelle Trends in der Kunstszene reagieren kann. "Eine europäisch agierende Kunsthalle in Köln ist ein Muss, denn sie strahlt international aus, bringt die Kunststadt Köln positiv ins Gespräch und erzeugt über die Kunst Sichtbarkeit und Identifikation mit der Stadt", so die abschließende Forderung des Vereins.

























