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27. 05. 2012
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Der Kämmerer geht von Bord


01.04.2009 14:44 von:

Schlagwörter: Köln,Kämmerer,Verabschiedung,Soénius,Schramma,Bürgerhaushalt,NKF,Haushalt,Kasse

Peter Michael Soénius hat am 1. Mai 2001 nach seiner Wahl durch den Kölner Stadtrat sein Amt als Kämmerer der Stadt Köln angetreten. Genau acht Jahre später läuft seine Amtszeit turnusgemäß aus. Am gestrigen Dienstag wurde der CDU-Politiker und Verwaltungsjurist von Oberbürgermeister Fritz Schramma offiziell verabschiedet. Neben dem persönlichen Dank seines Dienstherrn erhielt Soénius eine Dankesurkunde. Dabei dankte Schramma seinem Parteifreund für das langjährige engagierte Wirken seines "Finanzministers". Er habe sein Amt "mit großen Sachverstand, hohem Einsatz und Umsicht ausgeübt", lobte Schramma. Die Amtszeit des Kämmerers war geprägt von einer mehrjährigen Finanzkrise, die in den Jahren 2002 bis 2007 Köln ein so genanntes "Haushaltssicherungskonzept" bescherte. Bis zu 650 Millionen Euro an Fehlbeträgen musste Kölns oberster Kassenwart zwischenzeitlich ausweisen. Dank steigender Steuereinnahmen und der Einsparbemühungen gelang mit dem Ende der kameralen Haushaltsführung zum Jahreswechsel 2007/2008 der Haushaltsausgleich. Dabei musste er sich harte Kritik gefallen lassen, als er beispielsweise im Frühjahr 2005 aufgrund der damaligen Situation eine so genannte "Giftliste" vorlegte. Darin waren weitreichende Einsparvorschläge aufgelistet, die umgesetzt werden sollten, würde sich die Haushaltslage der Stadt nicht nachhaltig verbessern.

Meisterstücke: Bürgerhaushalt und NKF

Ansehen weit über die Stadtgrenzen hinaus erwarb sich Soénius mit der vorzeitigen Umstellung der Haushaltsführung vom ehemaligen kameralen zum jetzigen doppischen Buchführungssystem. Ein Jahr als ursprünglich geplant setzte die größte Kommune in Nordrhein-Westfalen das "Neue Kommunale Finanzmanagement" (NKF) um, eine nicht unerhebliche Kraftanstrengung für die Stadtverwaltung und vor allem für die ihm unterstehende Kämmerei. Das Meisterstück gelang Soénius allerdings mit der Einführung des ersten kommunalen Bürgerhaushalts. Soénius stellte sich dabei an die Spitze der Bewegung und sorgte mit seinem unermüdlichen Engagement und Werben dafür, dass der Bürgerhaushalt nicht nur in Köln ein Erfolg wurde. Zahlreiche Preise und Anerkennung, sogar eine Auszeichnung der Vereinten Nationen waren der verdiente Dank für die innovative Lösung. "Damit hat Köln internationale Anerkennung erfahren. Sie haben die Weichen für eine erfolgreiche Fortführung des Bürgerhaushalts gestellt", lobte Schramma zum Abschied. Sein Kollege und Baudezernent Bernd Streitberger wird nach dem Ausscheiden des obersten Kölner Kassenwarts als nomineller Stellvertreter bis auf Weiteres kommissarisch die Amtsgeschäfte von Soénius übernehmen.

Der gelernte Jurist und gebürtige Kölner trat im Februar 1991 in die Dienste der Kölner Stadtverwaltung ein. Nach mehreren beruflichen Stationen in verschiedenen Ämtern wurde CDU-Parteimitglied Soénius im Februar 1996 persönlicher Referent des damaligen Stadtdirektor Burkhard von der Mühlen, späterer Vorstandschef der städtischen Wohnungsgesellschaft GAG. Im Jahr 2000 wurde der Verwaltungsexperte dann zunächst kommissarisch, wenige Monate später dann Leiter des Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster. Nach dem überwältigenden Wahlsieg der CDU bei den Kommunalwahlen im Jahr 1999 wurde für Soénius der Weg für höhere Aufgaben frei. Nach seinem Amtsantritt im Mai 2001 wurde sein Dezernat zwei Jahre später dank einer Neuordnung der Ressorts um das Marktamt, das Amt für Wirtschaftsförderung sowie die stadteigene Gesellschaft KölnTourismus erweitert. Diese Zuständigkeit musste der Dezernent durch die Einführung eines Wirtschaftsdezernats drei Jahre später allerdings wieder abgeben. Als Kämmerer war Soénius überdies zuständig für das Beteiligungsmanagement der vielen stadtnahen Gesellschaften und Beteiligungen.







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