27. 05. 2012
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FH-Standort Köln-Deutz: Politik reagiert auf Gutachten
Nach der gestrigen Vorstellung des Gutachtens zur Sanierung des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums (IWZ) der Fachhochschule Köln hat sich kurze Zeit später auch der Oberbürgermeister der Domstadt zu Wort gemeldet. "Die Stadt Köln wird das Land bei jeder Option nach Kräften unterstützen", so die Kernbotschaft der ersten Stellungnahme nach der Vorstellung des RKW-Gutachtens. In der gestrigen Präsentation der Ergebnisse schlossen die Hochschulverantwortlichen eine Sanierung bei laufendem Betrieb in jedem Fall aus. Neben dem langen Umbauzeitraum (bis 2027/28 je nach Variante) spielte dabei auch die Kostenschätzung der Düsseldorfer Fachplaner eine wichtige Rolle. Demnach wird die Sanierung bei laufendem Betrieb zwischen 257 und 315 Millionen Euro kosten. Eine derart lange Zeit der Baustellen am IWZ wäre den Studierenden nicht zuzumuten, meinte auch Roters in seiner gestrigen Mitteilung.
Als Alternative hierzu wird in den Presseberichten eine Sanierung erwähnt, bei der Grundstücke an der Gießener Straße einbezogen werden, die sich im Besitz der Stadt Köln beziehungsweise stadtnaher Gesellschaften befinden. Hierbei handelt es sich unter anderem um Flächen, die derzeit von den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln und der Feuerwehr Köln genutzt werden, berichtete das städtische Presseamt unter Bezugnahme auf Medienberichte am gleichen Tag. Der bereits 2008 verworfene Vorschlag eines Neubaus des IWZ samt der dafür notwendigen Grundstücke an der Giessener Straße hält Roters für "einen Vorschlag, der es Wert ist, qualifiziert und weiterentwickelt zu werden. Ziel kann nur sein, eine städtebauliche Qualität der Gebäude und eine Anbindung des Gesamtgeländes an die umgebenen Stadtteile und die dort vorhandenen Flächenpotenziale zu erreichen, die dem linksrheinischen Standort in Bayenthal in Nichts nachsteht. Aus diesem Grund ist eine mehrstufige Qualifizierung der Ausbau- und Sanierungsplanung notwendig, die über den engeren Bereich der Fachhochschule hinausgeht", so das Stadtoberhaupt.
Zwar gebe es weiterhin "überzeugende Gründe" für eine Verlagerung des IWZ auf ein Gelände an der Alteburger Straße in der südlichen Neustadt. Auch die FH-Verantwortlichen favorisieren einen Neubau auf dem ehemals als Brauerei-Gelände genutzten Areal. Aber der FH-Standort Deutz ist mit dieser möglichen Option noch nicht komplett aus dem Rennen. Roters will das Land bei entsprechenden Überlegungen nach Kräften unterstützen. Dem OB schwebt dabei zugleich auch eine städtebauliche Anbindung des IWZ an die umliegenden Stadtteile Deutz, Kalk und Humbold-Gremberg vor. Man habe nun die Chance, die "Insellage" der heutigen FH in Deutz zu überwinden, so Roters weiter. Der Oberbürgermeister sichert dem Land angesichts der aktuellen Diskussionen über die Standortfrage erneut zu, dass die Stadt Köln das Land unabhängig von der Grundentscheidung bei jeder Option nach Kräften unterstützen wird, so der offizielle Text der Stellungnahme von Roters.
Unterstützung erhielt der Oberbürgermeister dabei auch aus den reihen seiner eigenen Partei, der SPD. Deren Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Martin Börschel, richtete dabei den Blick in Richtung Düsseldorf und die dort amtierende Minderheitsregierung von SPD und Grünen. "Die Schwäche der bisher vorgelegten Untersuchungen besteht vor allem darin, dass es neben der Variante für einen Umzug keine gleichwertige Alternative gibt, die dagegen nach dem Motto ‚das Bessere schlägt das Gute’ abgewogen werden könnte. Wir fordern das Land daher auf, für den Standort Deutz eine kombinierte Neubau- und Sanierungsvariante zu erarbeiten. Für diese Variante soll die Einbeziehung weiterer städtischer Grundstücke, wie zum Beispiel die der Abfallwirtschaftsbetriebe und der Feuerwehr, vorgesehen werden", so der SPD-Politiker. Börschel sagte allerdings auch, dass beide Partner – Land und Stadt – in der Pflicht stehen, eine optimale Lösung für das Problem zu finden. Der Kölner SPD-Mann erwartet hier eine Grundsatzentscheidung bereits vor der Sommerpause.
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