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27. 05. 2012
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Freya von Moltke wird 100: Bundespräsident besucht Domstadt


30.03.2011 13:08 von:

Schlagwörter: Köln,Freya von Moltke,2011,März,Gedenkveranstaltung,Bundespräsident,Christian Wu

Freya von Moltke zählte zusammen mit ihrem Mann während der NS-Terrorherrschaft zum "Kreisauer Kreis”, einer Widerstandsgruppe gegen das Hitler-Regime. Die gebürtige Kölnerin, die am 1. Januar 2010 in ihrem US-amerikanischen Asyl im Alter von 98 Jahren verstarb, wäre am gestrigen Dienstag 100 Jahre alt geworden. Zu Ehren der Jubilarin fand am gestrigen Dienstag in Köln eine ganze Reihe von Gedenkveranstaltungen statt. Bundespräsident Christian Wulff machte neben zahlreichen anderen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seine Aufwartung. Bereits am Nachmittag besuchte er in Begleitung des Kölner Oberbürgermeisters Jürgen Roters einen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Trinitatiskirche. Pfarrerin Dr. Margot Käßmann, Gastprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied im Kuratorium der Freya von Moltke-Stiftung, hielt vor rund 550 Besucherinnen und Besuchern die Predigt. Nach dem Gottesdienst in der Trinitatiskirche empfing Oberbürgermeister Jürgen Roters den Bundespräsidenten sowie weitere Gäste, unter anderem auch Helmuth Caspar Graf von Moltke, im Historischen Rathaus. Dort trug sich das Staatsoberhaupt in das Goldene Buch der Stadt Köln ein.

Zur feierlichen Abendveranstaltung in der Kölner IHK-Zentrale kamen rund 800 geladene Gäste. "Kreisau – mit geprägt von Freya von Moltke – schafft heute wieder einen Rahmen für eine fruchtbare Auseinandersetzung zwischen Verschiedenen und für die Suche nach Alternativen – und damit für das Lebenselixier der Demokratie. Es ist – wie Freya von Moltke sich von Anfang an wünschte – ein europäischer Ort geworden", so das Staatsoberhaupt in seiner Rede. Bei seiner Ankunft in der IHK begrüßte der Bundespräsident Überlebende, die als Juden, als Sinti oder Roma während der NS-Zeit verfolgt worden waren, sowie Gertrud "Mucki" Koch, die als "Edelweißpiratin" in Köln im Widerstand aktiv war. Dazu gehörte auch Alexander Groß, dessen Vater Nikolaus Groß - der Kölner Verbandssekretär der Katholischen Arbeiter Bewegung - wie Helmuth James von Moltke am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Die Welt "menschlicher" zu machen, sei eine wesentliche Motivation der Jubilarin gewesen, so Wulff weiter.

Oberbürgermeister Jürgen Roters sprach in seiner Rede von einem beeindruckenden und außergewöhnlich Lebensweg Freya von Moltkes: "Sie hat immer wieder betont, dass ihre und die Widerständigkeit ihres Mannes keine heroische Tat gewesen, sondern einer alltäglichen und lebensnahen Haltung entsprungen sei. Doch gerade darin lag das Gefährdungspotenzial für das NS-Regime - viele kleine, bewusste Schritte, die das Paar gemeinsam ging, um seine humanistischen Überzeugungen weiter leben zu können", erklärte das Kölner Stadtoberhaupt. Der Besuch des höchsten Vertreters der Bundesrepublik zeige die große Anerkennung für die Person Freya von Moltkes. Hauptförderer der gestrigen Veranstaltung in der IHK war das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim.

Zu Ehren der Kölner Widerstandskämpferin finden in den kommenden zwei Monaten eine ganze Reihe von verschiedenen Veranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm entwarfen die Freya von Moltke-Stiftung, der Diözesanrat der Katholiken in Köln, das Domforum, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, das katholische Bildungswerk Köln, die Karl-Rahner-Akademie, die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region, die AntoniterCityKirche und die Stadt Köln, insbesondere hier das NS-Dokumentationszentrum. Das gesamte Programm ist nachzulesen unter: www.fyms.de, www.kirche-koeln.de und www.dioezesanrat.de







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