27. 05. 2012
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Gelassen das Alter genießen
(js) Schmutz, Dreck und unsicherer Verkehr – das sind die Hauptkritikpunkte, die die Kölner Seniorenvertretung bei ihrer Umfrage sammelte. Besonders die KVB kam dabei schlecht weg. Trotzdem, so das Ergebnis, fühlen sich Menschen über 60 Jahre in ihrer Stadt wohl. "Zwar ist die Umfrage nicht repräsentativ, sie gibt aber ein gutes Stimmungsbild wieder", sagte Manfred Wegner, Sprecher der gesamtstädtischen Seniorenvertretung (SV). Denn in Köln gibt es rund 240.000 Menschen, die 60 Jahre und älter sind. Befragt wurden aber nur 367, dafür dauerte aber manches der "offenen" Interviews bis zu drei Stunden. "So kann man oft mehr erfahren, als wenn im Blitztempo vorgefertigte Fragen abgehakt werden", verteidigte Gregor Tyrchan, emeritierter Statistikprofessor an der Uni Wuppertal, das Verfahren. Prozentuale Aussagen sind wegen der geringen Teilnehmerzahl denn auch wenig aussagekräftig.
Für die SV ist diese Umfrage denn auch vor allem ein Wegweiser für die eigene Arbeit. So musste man feststellen, dass – obwohl die Umfrage vor allem im "näheren Umfeld" der Interessenvertretung stattfand – deren Existenz relativ unbekannt ist. Dies will man durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Aufgreifen von Problemen ändern. Selbstkritisch vermerkt wurde ebenso der mangelnde Kontakt zu Senioren mit Migrationshintergrund. Waren die Befragten einerseits zufrieden mit dem kulturellen Angebot der Stadt – immerhin der Hauptwohlfühlfaktor –, so werden andererseits "gesellschaftliche Aktivitäten" wie Seniorencafés, Seniorentreffs oder Seniorenreisen vermisst. Doch auch hier scheint es ein Kommunikationsproblem zu geben: Angebote wie Computerkurse für Senioren oder andere Freizeitgruppen gibt es zahlreich, sie sind aber anscheinend nicht bekannt genug.
Noch kein Thema war Altersarmut. Seniorenvertreterin Gudrun Kleinpaß-Börschel: "Das wird ein Problem der nächsten Jahre, wenn die in Rente gehen, die heute zu Niedriglöhnen arbeiten oder lange arbeitslos waren." Erfreut zeigte man sich über die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Und wenn auf der einen Seite Alter mit Angst vor Krankheit, eingeschränkter Mobilität oder Einsamkeit verbunden ist, so bringt dieser Lebensabschnitt doch auch viele Annehmlichkeiten: Zeitgewinn für sich selbst und die Familie, weniger Stress, dafür mehr Gelassenheit und Zufriedenheit – auch in Sachen Sex.

























