27. 05. 2012
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Grüne Spitzenpolitikerin besucht Kölner Einrichtung
Sie zählt zu den markanten Vertreterinnen der Grünen im Bundestag. Renate Künast, streitbare Kämpferin für die Rechte von Frauen und folgerichtig erklärte Anhängerin der parteiinternen Frauenquote weiß, wie weit das weibliche Geschlecht in der deutschen Realität noch von einer nachhaltigen Gleichberechtigung entfernt ist. Selbst hervorragend qualifizierte Frauen aus sozial gut gestellten Schichten stoßen bei ihrer persönlichen beruflichen Karriereplanung immer wieder auf das Phänomen der "Gläsernen Decke" und alte Rollenbilder. In den sozial schwächeren Bevölkerungsschichten, insbesondere unter Mädchen und jungen Frauen aus Familien mit Zuwanderungshintergrund, kommt eine andere Dimension hinzu. "Mich interessiert, wie gehen sie damit um. Ich möchte mir da einen eigenen Eindruck verschaffen", erklärte die Ex-Ministerin und Spitzenpolitikerin. Und da war sie in der Kölner Einrichtung genau am richtigen Fleck. Zusammen mit Parteifreunden lauschte Künast interessiert den Ausführungen der Verantwortlichen vor Ort.
Hilfe zu mehr Selbstbewusstsein
Träger des Interkulturellen Mädchentreffs ist der Verein Lobby für Mädchen e.V.. Im Kölner Stadtteil Neu-Ehrenfeld betreibt der Verein seit nunmehr über 20 Jahren seine Hauptanlaufstelle. In der Buchheimer Straße eröffnete der Verein dann im Jahr 2004 als zweite Anlaufstelle den Interkulturellen Mädchentreff. "Wir sind das einzige feministische Projekt mit Beratungsangeboten und einem interkulturellen Treff in Köln", beschreibt Mahr den Stellenwert ihrer Einrichtung. Dabei gilt es Mädchen aus dem Stadtteil zu stärken, ihnen bei ihrem täglichen Leben zu helfen oder auch einfach nur als Rückzugsort zu fungieren. "Wir unterstützen die Mädchen bei ihrer schulischen Förderung und geben ihnen Raum, sich zu äußern", ergänzte Einrichtungsleiterin Sabine Osbelt. So stehen unter anderem Hausaufgabenhilfe, ein offener Bereich mit gemeinsamen Aktivitäten sowie Projektarbeit auf dem Programm. "Wir sozialisieren nach und sind damit für die Mädchen ein Stück Familie", so Osbelt weiter. Die Angebote sind dabei auf Mädchen ab einem Alter von zehn Jahren zugeschnitten. Zu den geförderten Projekten in der Einrichtung gehörten unter anderem ein Coolness-Training für gewaltbereite Mädchen, ein Hip-Hop-Projekt, eine Mädchenzeitung sowie ein Video- und Filmprojekt und ein Nähprojekt. Die Einrichtung registriert derzeit rund 60 Stammbesucherinnen, jeden Tag kommen rund 20 Mädchen in die Einrichtung. "Das ist wie ein Selbstläufer, wir brauchen fast gar keine Werbung zu machen", so Leiterin Osbelt.
Im vergangenen Jahr kalkulierten die Betreiber des Treffs mit einem Etat von etwas mehr als 111.000 Euro, Stadt und Land unterstützten den Mädchentreff bei den Personal- und Sachkosten in Höhe von 89.278 Euro. Weitere 12.500 Euro flossen aus öffentlichen Mitteln in konkrete Projekte. Seit Mitte 2008 wurde das Personal dank eines höheren öffentlichen Zuschusses um eine weitere Stelle ergänzt. Dadurch konnten die Verantwortlichen ihr Angebot ausweiten.
Weitere Informationen zum Interkulturellen Mädchentreff in Köln-Mülheim finden Sie im Internet unter: www.interkulturellermaedchentreff.lobby-fuer-maedchen.de.

























