27. 05. 2012
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Günter Heidecke ist tot
Dr. Günter Heidecke (88) ist am 11. Juni dieses Jahres verstorben. Heidecke war lange Jahre Beigeordneter in Diensten der Stadt Köln. Oberbürgermeister Jürgen Roters kondolierte den Hinterbliebenen mit einem Schreiben. Die Beisetzung findet auf Wunsch der Familie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Heidecke wurde am 10. November 1922 in Köln geboren. Schon 1936, als er die höhere Schule besuchte, trat er dem "Kölner Ballspielclub von 1901 bei, aus dem später der 1. FC Köln wurde, und nahm als Leichtathlet an vier Deutschen Meisterschaften teil. Nach dem Kriegsdienst begann er 1945 ein Jurastudium an der Universität zu Köln und wurde Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Nach zweitem Staatsexamen und Promotion arbeitete er als Richter am Amtsgericht Köln und am Landgericht in Aachen, bevor er in den Dienst der Stadt Köln wechselte.
Von 1955 bis 1967 war Heidecke Leiter der Schulverwaltung. In diesen Jahren brachte er im kriegszerstörten Köln den Wiederaufbau von Schulen stark voran. Aus der Überzeugung heraus, dass auch Kinder mit Behinderung bildungsfähig sind, war er maßgeblich daran beteiligt, dass in Köln als eine der ersten Städte der Bundesrepublik Deutschland ein differenziertes Sonderschulwesen entstand. Noch vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel schrieb Heidecke ein Konzept und organisierte Schülerbegegnungen. Diese trugen nicht nur zur deutsch-jüdischen Aussöhnung bei, sondern waren auch der erste Schritt hin zur Städtepartnerschaft mit Tel Aviv 1979. Zweimal begleitete er selbst eine Austauschgruppe auf einer Reise nach Israel. Schließlich war er von 1965 bis 1967 Beigeordneter für Personal und Organisation der Stadt Köln. Danach wurde Dr. Heidecke zum Regierungspräsident in Köln ernannt. 1978 wählte der Landtag ihn zum Präsidenten des Landesrechnungshofs Nordrhein-Westfalen. Bis zu seinem Ruhestand 1987 blieb er in diesem im Amt. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Dr. Günter Heidecke bis ins hohe Alter mit vollem Engagement für die Kölner Stadtgesellschaft aktiv und bekleidete viele Ehrenämter.
Dazu zählte unter anderem das Amt als Mitglied des Verwaltungsrates des 1. FC Köln in den Jahren 1972 bis 1995. Er gehörte der Deutschen Olympischen Gesellschaft an, war zwischen 1973 und 1982 deren Vizepräsident sowie Präsidiumsmitglied des Nationalen Olympischen Komitees zwischen 1978 bis 1982. 1964 war er Mitbegründer der Forschungsgemeinschaft "Das körperbehinderte Kind", später auch als Vorsitzender und Vorstandsmitglied. Aus dem Verein entwickelte sich das "Zentrum für Früherkennung und Frühförderung". Heidecke war Mitglied der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit - zeitweise auch als Vorstandsmitglied - und langjähriger Präsident des Arbeitersamariterbundes, Landesverband Nordhein-Westfalen (1968 bis 1995). Unter anderem war er auch Mitbegründer und der erste Vorsitzende (1981 bis 2002) des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e.V. Am 16. März 1998 ehrte die Stadt Köln Dr. Günter Heidecke wegen seiner großen Verdienste für seine Heimatstadt mit einer Eintragung in das Goldene Buch. Darüber hinaus war Heidecke für sein vielseitiges Wirken unter anderem mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (1983) und mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1985) ausgezeichnet worden, teilte das Presseamt weiter mit.

























