27. 05. 2012
Seite drucken
IHK spricht Machtwort
Mit der Entscheidung, zukünftig die Verantwortlichkeiten für den Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft zwischen Oberbürgermeisterbüro und Wirtschaftsdezernat zu teilen, hat sich Kölns Stadtoberhaupt nun eine Rüge eingehandelt. Die Schelte kommt nicht wie in Vorwahlkampfzeiten üblich vom politischen Gegner, sondern aus der eigenen Wirtschaft. Paul Bauwens-Adenauer, Kölner Bauunternehmer und amtierender IHK-Präsident, kritisierte die Organisationsentscheidung des Verwaltungschefs am gestrigen Mittwoch scharf. "Ein starker Wirtschaftsstandort braucht ein starkes Wirtschaftsdezernat", hält Bauwens-Adenauer entgegen. Neben den beiden bereits genannten Bereichen gehören auch die Medienwirtschaft und die Stadtentwicklung in dieses Ressort, argumentierte der IHK-Präsident in seiner offiziellen Stellungnahme.
Wirtschaftsförderung ist unteilbar
Diese Meinung vertreten die IHK-Oberen bereits seit einiger Zeit. Schon bei der Einrichtung des Dezernats hatte sich die Kammer für ein starkes Ressort eingesetzt. "Wirtschaftsförderung ist unteilbar", begründet IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger das Eintreten der Unternehmerschaft aus der Region. Offenkundig hatte es trotz wiederholter Kontakte vor der eigentlichen Entscheidung des Oberbürgermeisters keinerlei konkrete Gespräche darüber gegeben, wie Ferger durchblicken ließ. "Es geht darüber hinaus darum, wie sich die viertgrößte Stadt Deutschlands ihre weitere Entwicklung als Wirtschaftsstandort vorstellt und sich nach außen darstellt", erklärte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Schramma hatte zuvor den Bereich Kreativwirtschaft zur Chefsache erklärt und seinen Spitzenbeamten schriftlich über seine Entscheidung informiert. Inhaltlich soll er diesen Schritt mit der "Systematik europäischer Projektförderung" begründet haben. Im Kern ging es um eine zusätzliche Stelle zur Förderung der Kreativwirtschaft, die Walter-Borjans in einer gemeinsamen Vorlage mit Kulturdezernent Prof. Georg Quander beantragt hatte. Wirtschaftsdezernat und Medienstabsstelle sollen besser zusammenarbeiten, so der Alternativvorschlag Schrammas.

























