27. 05. 2012
Seite drucken
Karl Wienand ist tot
Der frühere Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion und Kölner SPD-Urgestein Karl Wienand ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das bestätigte ein Sprecher der NRW-SPD gegenüber den Nachrichtenagenturen am gestrigen Montagabend. 1967 betrat Wienand als operativer Chef des kleinen Koalitionspartners die große Bühne der Bonner Politik. Innerhalb kürzester Zeit erarbeitete sich der Kölner Sozialdemokrat den Ruf eines geschickten Taktierers und umtriebigen Strippenziehers. So soll er im Jahr 1972 mindestens eine Stimme der damals oppositionellen CDU-Fraktion beim gescheiterten Misstrauensvotum gekauft haben. Viele Jahre später wurde indes bekannt, dass der Staatssicherheitsdienst der damaligen DDR die Stimme eines CDU-Abgeordneten gekauft hatte.
Auch im Kölner Müllskandal soll der SPD-Politiker eine Rolle gespielt haben, 1996 wurde er sogar wegen angeblicher Spionage für die DDR verurteilt, drei Jahre später aber vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog wieder begnadigt. Wienand bestritt bis zuletzt. Bereits Mitte der 70er Jahre wurde Wienand wegen Steuerhinterziehung verurteilt, mehrfach fiel er wegen Alkohol am Steuer auf. Innerhalb der SPD behielt der nun Verstorbene viele Freunde, trotz der oben genannten Verstrickungen. Die hatte er übrigens bis zu seinem Tod heftig bestritten.

























