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27. 05. 2012
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Kölner SPD-Chef will bei Vernachlässigung von Immobilien durchgreifen


13.01.2010 07:49 von:

Schlagwörter: Köln,SPD,Parteichef,Jochen Ott,Forderung,Vernachlässigung,Wohnung,Wohnungsbesitz

Der Kölner SPD-Chef Jochen Ott hat Immobilieneigentümern harte Konsequenzen angedroht, wenn sie ihre Wohnungsbestände verkommen lassen. Anlass ist ein Streit um ein neungeschossiges Wohnhaus im Kölner Nordwesten. Der heutige Besitzer übernahm die Immobilie im Juni 2008 und hat bereits ein Jahr später die Sanierungsmaßnahme gestartet. Seit Dienstag dieser Woche werden die Leistungen nun von einer neuen Baufirma erbracht, erklärte Cinthia Buchheister, Pressesprecherin der Stuttgarter DeWAG. Bis Ostern werde man die Sanierungsmaßnahme am Objekt Longericher Straße 1-3 abgeschlossen haben. Der Zwischenraum zwischen Plane und Fassade soll überdies beheizt werden, damit auch bei Minusgraden die Arbeiten weiterlaufen können, so die Unternehmenssprecherin weiter. SPD-Chef Ott forderte trotz dieser Einigung härtere Konsequenzen für diejenigen Eigentümer, die ihre Immobilien derart vernachlässigen, aber trotzdem Miete einbehalten. Schon Anfang des Jahres deutete Ott an, die Gesetzgebung dahingehend ändern zu wollen. Seine Partei wolle dazu auf Bundesebene eine Initiative ergreifen, las man in einer großen Kölner Tageszeitung. Auch damals wurde als letzte Konsequenz eine mögliche Enteignung der Besitzer angesprochen.

Wie die Agentur weiter meldete, gebe es auch in anderen Großstädte ähnliche Probleme. Besonders häufig sind davon "Altlasten" aus den wohnbaupolitischen Boomzeiten Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er Jahre betroffen. Auch in anderen Kölner Stadtteilen gibt es ähnliche Probleme, wie der Blick auf so manches Wohnhochhaus zeigt. Vor einer Woche hatte sich Dewag-Geschäftsführer Klaus Irtenkauf ausdrücklich bei den Mietern entschuldigt und den Erlass von zwei Monatsraten für die Zeit der Außensanierung angekündigt. Bereits im vergangenen Herbst begannen die Sanierungsarbeiten, in den Wohnungen wird durch die Planen, den Staub und die Abdichtungen das Wohnen in einigen Einheiten immer unerträglicher. Immerhin will der Eigentümer auch einen Beitrag zu den anfallenden Heizkosten der rund 200 Mieter in dem neungeschossigen Gebäude leisten, hieß es dazu in der vergangenen Woche. Mieterverein und Stadt gaben sich mit dem Angebot zufrieden, wollen die weitere Entwicklung aber kritisch beobachten.

Bei einer Begehung am Vortag hatten Verantwortliche des Unternehmens in fast der Hälfte aller Wohnungen, die man besichtigt habe, Schimmel festgestellt. Eine Wohnung war so stark befallen, dass dem Mieter ein weiterer Verbleib eigentlich gar nicht zugemutet werden konnte. Unternehmenschef Irtenkauf hatte neben Schimmelbefall und Zustand der Wohnungen auch Fehler in der Kommunikation eingeräumt. Der Kölner Stadt-Anzeiger zitierte ihn mit den Worten: "Da ist einiges aus dem Ruder gelaufen. Das tut richtig weh!", so der reumütige Immobilienprofi. Der Baustopp war verhängt worden, weil der Eigentümer Schwierigkeiten mit der ausführenden Baufirma hatte. Nach mehreren Fristsetzungen in der zweiten Jahreshälfte 2009 habe man schließlich zum Ende des Jahres den Vertrag mit der ausführenden Baufirma gekündigt. Nun allerdings behindert die Kälte die weitere Sanierung. Die Sanierung soll trotzdem mit voller Kraft weiterlaufen, versicherte der Eigentümervertreter abschließend.

Vorbilder kennt der SPD-Politiker aus eigener Tätigkeit. Seit Jahren ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates von Kölns größter Wohnungsgesellschaft. Die stadtnahe GAG Immobilien AG hat in den vergangenen Jahren ein gewaltiges Modernisierungs- und Neubauprogramm in die Wege geleitet und ist bereits mehrfach dafür gewürdigt worden. Auch die Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen mit ihren über 50 gemeinnützigen GmbHs und Genossenschaften, die zusammen auf einen Bestand von rund 100.000 Wohnungen im Kölner Stadtgebiet kommen, investieren jedes Jahr Millionen von Euros in die eigenen Wohnungen.







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