27. 05. 2012
Seite drucken
Kölner SPD-Spitze legt Kranz für "Ben Wisch" nieder
Die wohl größte Tat seiner politischen Laufbahn erlebte Hans-Jürgen Wischnewski, langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter, im heißen Sommer des Jahres 1977. Als Repräsentant der Bundesregierung musste der damalige Staatssekretär in Mogadischu mit Behörden und den vier Entführern der Lufthansa-Maschine "Landshut" verhandeln. Und mit der Befreiung der Geiseln aus der Hand palästinensischer Terroristen dürfte wohl diese intensivste Zeit seiner politischen Karriere zugleich auch einen der größten Glücksmomente beschert haben. Neben seiner bundespolitischen Rolle und der 33-jährigen Zugehörigkeit zum obersten deutschen Gesetzgebungsorgan war Wischnewski, oder "Ben Wisch" wie ihn seine Weggefährten und Freunde nannten, aber vor allem eines; er war ein Kölner.
Am gestrigen Mittwoch legten der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Dr. Norbert Burger, der langjährige SPD-Vorsitzende Erich Henke, die SPD-Landtagsabgeordnete Anke Brunn sowie der amtierende Vorsitzende des Unterbezirksverbandes Köln, Jochen Ott, am Grab des 2005 verstorbenen Politikers einen Kranz nieder. Wischnewski wurde im Jahr 1922 in Allenstein geboren und trat im Alter von 30 Jahren in die Dienste der Kölner IG Metall. Insgesamt elf Jahre (1957 bis 1968) stand der Bundespolitiker an der Spitze der Kölner Sozialdemokraten. Seinen Spitznamen erhielt der SPD-Politiker, weil er sich in seinen außenpolitischen Bemühungen stets um einen Ausgleich mit den arabischen Staaten bemüht hatte. 1997 erhielt er dafür den höchsten Orden des Staats Palästina vom damaligen Regierungschef Jassir Arafat.
Mit seiner Arbeit holte sich Wischnewski auch den Respekt seines politischen Gegners. Und das Andenken an den großen SPD-Politiker wird in Kürze auch im Stadtplan der Domstadt seinen Niederschlag finden. Die Bezirksvertretung Innenstadt, zuständig auch für den Stadtteil Deutz, hat jüngst beschlossen, eine Straße im neuen Barmer Viertel ("MesseCity") nach ihm zu benennen. Dieser Beschluss erfolgte mit großer Mehrheit.

























