27. 05. 2012
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Rotes-Interview sorgt für Irritationen in Düsseldorf
Ein Interview mit dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters sorgt für Irritationen. Wie die Rheinische Post in ihrer heutigen Ausgabe berichtete, nannte der Kölner SPD-Politiker das Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit im Rheinland "Metropolregion Köln". Nun hat sich Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) von seinem Urlaubsort auf Mallorca dazu geäußert und vornehm ausgedrückt zurückhaltend reagiert. Sollten die Kölner Verantwortlichen an diesem Namen festhalten, werde die Landeshauptstadt nicht mehr dabei sein. Eine "Metropolregion Köln" als offizielle Bezeichnung sei in stromaufwärts und jenseits der Kölner Stadtgrenzen nicht zu vermitteln, wie Elbers gegenüber der Rheinischen Post erklärte. Die Debatte kommt zur Unzeit.
Eigentlich hatten sich die beiden größten Kommunen des Landes im Grundsatz bereits darauf geeinigt, dass man das Kunstgebilde "Metropolregion Rhein-Ruhr" durch eine schlagkräftigere, weil kleinere regionale Zusammenarbeit ersetzen müssen. Die Kammern im Rheinland sind dieses Schritt bereits gegangen und haben im vergangenen Jahr begonnen, ihre Aktivitäten aufeinander abzustimmen. So gab es bereits mehrere gemeinsame Berichte und Analysen, beispielsweise zur Verkehrsinfrastruktur oder – inzwischen regelmäßig – zur Konjunkturentwicklung. Die Rheinschiene mit den wachsenden Städten Bonn, Köln und Düsseldorf sowie den umliegenden Gemeinden von Aachen über Leverkusen bis hin zu Mönchengladbach und Krefeld sowie dem bergischen Städtedreieck sei der größte Wirtschaftsraum in der Bundesrepublik und damit Anwärter auf einen Spitzenplatz der "Metropolregionen". Am 22. September ist dazu schon seit längerem eine gemeinsame Schifffahrt auf dem Rhein geplant. Hier sollen auch die Kommunen über konkrete Projekte und Felder der Zusammenarbeit diskutieren.
Auslöser dieser Irritation ist der Satz: "Wir wollen, dass sich noch mehr internationale Investoren für die Metropolregion Köln entscheiden", wie der SPD-Politiker im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger ausführte. Allerdings betonte auch Roters, dass die Vorgespräche zum bevorstehenden Regio-Gipfel auf dem Rheinschiff vielversprechend verliefen und keinesfalls zu einer Alibiveranstaltung werden. So gibt es unter anderem einen gemeinsamen Vorstoß der Städte Köln und Düsseldorf zum Ausbau der Bahnstreckenverbindung zwischen beiden Großstädten. Auch im Kulturbereich, beispielsweise bei der Frage nach der Infrastruktur in Sachen Hochkultur, gibt es bereits einen intensiven Austausch. Man darf also gespannt sein, ob eine missverständliche Äußerung des Oberbürgermeisters in der Lage ist, den bereits mehrfach erklärten Willen, gemeinsame Projekte und Vorhaben umzusetzen, zu gefährden. Möglicherweise ist es auch nur ein "Sommertheater", dem "Sommerloch" nicht unähnlich.

























