27. 05. 2012
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SPD-Chef Ott fordert Rücktritt der NRW-Schulministerin
Am heutigen Montag hat sich der Kölner Kreisvorsitzende und
stellvertretende Landesvorsitzender der nordrhein-westfälischen
Sozialdemokraten Jochen Ott zu Wort gemeldet. Den für den 17. Juni
angekündigten Termin bezeichnete Ott als „skandalös“. Mit Blick auf die
Situation in den Schulen, die dem ausgebildeten und praktizierenden
Pädagogen Ott aus der Praxis bestens bekannt sein dürften, sei
Unsicherheit bei den Schülern die Folge dieser Entscheidung. „Mit der
Verordnung, die die Schulen dazu verpflichtet, für den 17. Juni die
Wiederholung der Abiturprüfung in Mathematik anzubieten, will die
Ministerin nur von ihrer Unsicherheit ablenken“, erklärte Ott. Nach
Ansicht des Kölner SPD-Chefs ist die CDU-Politikerin „vollkommen
überfordert“. „Sie muss zurücktreten“, forderte Ott. Zugleich
kritisierte der Kölner Ratspolitiker auch die seiner Meinung nach
bürokratieträchtigen Entscheidungen wie zum Beispiel die Einführung von
Kopfnoten. „Bildungspolitik ist zu wichtig, um sie einer
Laienspielschar zu überlassen“, so Ott abschließend.
Ministerin reagierte auf Kritik an Mathe-Klausuren
Noch Ende vergangener Woche sah es nicht so aus, als ließe sich die
Schulministerin davon abhalten, die Mathematik-Klausuren als vertretbar
zu bezeichnen. Am heutigen Montag früh kam dann die „General-Amnestie“,
wie die Medien berichteten. Dabei ist der Zeitplan denkbar knapp. Wer
bis zum 13. Juni seinen Einspruch gegen die alte Klausur einreicht, hat
vier Tage später die Chance, in einer neuen Klausur sein mathematisches
Können unter Beweis zu stellen. Die Noten selbst sollen dann am 23.
Juni zugeleitet werden. Die bisherigen Mathematik-Noten werden mit der
neuen Klausur ungültig, erklärten die Ministerialen weiter. Die
Reaktion bezeichnete Sommer am heutigen Morgen als „schnelle und
unbürokratische Lösung“. Einer der wesentlichen Ursachen für das
„Einknicken“ der Ministerin dürfte die Kritik des Bonner
Mathematik-Professors Peter Koepke gewesen sein. Der hatte kurz zuvor
gleich zwei Mathematik-Aufgaben im Zentralabitur als „schlicht
unlösbar“ bezeichnet. In einem Falle suchte die Ministerin gar eine
Teilschuld bei den Lehrern, was ihr prompt den Unmut der Fachlehrer
zuzog. Auch im Landtag ärgerte sich die Opposition über den Auftritt
der Schulministerin. Die bildungspolitische Sprecherin der SPD und
ehemalige Bildungsministerin Ute Schäfer griff ihre Nachfolgerin scharf
an und forderte im Landtag ebenfalls ihren Rücktritt.

























