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27. 05. 2012
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Stadt Köln schiebt "Schwarzen Peter" für Hertie-Pleite an Unternehmensführer


25.05.2009 21:20 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Chorweiler,Köln-Porz,Hertie,Insolvenz,Standort,Wirtschaftsdezernent,Ve

Nur einen Tag nach der Forderung des Warenhaus-Konzerns Arcandor nach Staatsgarantien in dreistelliger Millionen Euro-Höhe hat sich Kölns Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans in die aktuelle Diskussion eingebracht. Die Pleite des Warenhauskonzerns Hertie, der im Jahr 2005 aus dem damaligen KarstadtQuelle-Konzern herausgelöst und an eine britisch-niederländische Investmentfirma veräußert wurde, sei vor allem eine "Folge strategischer Fehler in der Vergangenheit". Betroffen davon sind insgesamt 54 Standorte in deutschen Innenstädten. Mit seiner Argumentation folgt der Kölner Beigeordnete der Argumentation des deutschen Wirtschaftsministers Karl Theodor zu Guttenberg, der dem Ansinnen der Handelsmanager eine deutliche Absage erteilte. In Folge der Forderungen aus dem Warenhaus-Konzerns hatten sich auch die Mitbewerber strikt gegen eine Staatsgarantie und damit die Subventionierung eines maroden Betriebs gewandt. Das sei Wettbewerbsverzerrung, so ein Vertreter eines Konkurrenten auf dem hart umkämpften Einzelhandelsmarkt. Die Verhandlungen zwischen den Eigentümern und der Gläubigerversammlung sind in der vergangenen Woche gescheitert. Im Geschäftsjahr 2007/2009 erwirtschaftete Hertie einen Verlust in Höhe von 155,8 Millionen Euro.

Ähnlich deutliche Worte findet auch der Kölner Wirtschaftsdezernent. Für Walter-Borjans war zum einen die Entscheidung vieler Handelsunternehmen, die ehemals eigenen Immobilien zu verkaufen und damit auf international agierende Großvermieter angewiesen zu sein, eine verhängnisvolle Fehlentscheidung. Dies gehe seiner Meinung voll auf die Kosten der Beschäftigten und der Nahversorgung. Die Warenhausimmobilien seien nicht mehr Teil der gesamten Kostenrechnung, sondern selber eine Ware, die möglichst hohen Gewinn abwerfen müsse, argumentiert Walter-Borjans, der zugleich auch Liegenschaftsdezernent der Stadt Köln ist. Der zweite Grund für das Warenhaussterben liege in der nicht erfolgten Anpassung an ein verändertes Kaufverhalten. Die Warenhäuser litten unter dem Schrumpfen der Mitte. Die Konsumenten entschieden sich zunehmend zwischen hochwertigem Fachhandel und niedrigpreisigem Discount. "Unser Kölner Warenhausunternehmen Kaufhof hat sich mit seinem Galeria-Konzept deutlich besser darauf eingestellt und sich am gehobenen Segment orientiert, das ist allem Anschein nach erfolgreich", lobte der Beigeordnete die Konkurrenz. Andere haben den Discount-Bereich entdeckt oder wie die Köln-Arcaden, das Rhein Center Weiden, das City-Center Chorweiler und andere eine Mischung innerhalb einer Immobilie verwirklicht." Einige klassische Warenhäuser hätten das verpasst. Die Quittung bekämen jetzt die Verbraucher, vor allem in den Vorstadtzentren", so die Schlussfolgerung des Wirtschaftsdezernenten.

"Wo möglich, werden wir den Prozess unterstützen, einen langen Leerstand zu vermeiden und Beschäftigung und ein angemessenes Warenangebot zu erhalten. Eine zentrale Rolle spielt jetzt aber der Immobilieneigentümer", erklärte Walter-Borjans weiter. Das ihm unterstehende Amt für Wirtschaftsförderung bemühe sich nun, in ständigem Kontakt mit den Beteiligten um zeitnahe Lösungen. Schließlich wolle man der exponierten Stadtteillage in Köln-Port auf keinen Fall einen langen Leerstand riskieren. Hier wie auch in vielen anderen Städten übten die Hertie-Warenhäuser die Funktion von Frequenzimmobilien aus. Sie waren damit lange Jahre Garant für rege innerstädtische Besucherströme. Ein Wegbrechen dieser Frequenzimmobilien hätte, so befürchten Experten, fatale Auswirkungen auf den umliegenden Einzelhandel.







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