27. 05. 2012
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Todesfall sorgt für Verschiebung der Porzer BV-Sitzung
In der vergangenen Woche starb die langjährige Bezirksvertreterin Helga Perseke. Die 57-jährige Politikerin der Grünen in der Porzer BV sollte eigentlich in dieser Woche zur stellvertretenden Porzer Bürgermeisterin gewählt werden. Aber die Grünen-Politikerin, die als eine von zwei Sprecherinnen dem Ortsverband der Grünen in Porz/Poll vorstand, starb an den Folgen einer kurzen, aber schweren Krankheit. SPD und Grüne hatten sich im Vorfeld der heutigen konstituierenden Sitzung auf den Personalvorschlag Perseke geeinigt. Nach dem Willen von Rot-Grün, die in der neuen Bezirksvertretung über neun der 19 Sitze in der BV verfügen, sollte demnach der amtierende Fraktionsvorsitzende der SPD, Willi Stadoll neuer Bezirksbürgermeister werden. Im Vorfeld der heutigen Sitzung hatten beide Fraktionen daher eine Verschiebung der Sitzung beantragt. Bezirksbürgermeister Krämer kam diesem Wunsch nun am heutigen Montag, weniger Stunden vor der Sitzung, nach.
Auch die Christdemokraten im Kölner Südosten begrüßten die Verschiebung. "Wahrscheinlich wäre es rechtlich möglich gewesen, den Termin aufrecht zu erhalten und in Abwesenheit derjenigen zu wählen, die an der Beerdigung teilnehmen möchten", erklärte die CDU-Fraktionsvorsitzende von Porz, Claudia Evert. Außerdem wäre nach Meinung Everts, "ein solch pietätloses Vorgehen sicherlich Anlass für juristische Anfechtungen." SPD und Grüne hatten im Vorfeld der heutigen Sitzung mit einem Boykott der Sitzung gedroht, falls es nicht zu einer Verschiebung gekommen wäre. Die Art und Weise, wie letztlich aber damit umgegangen wurde, sorgte bei den Christdemokraten im Kölner Südosten für Enttäuschung. "Anstatt offen auf uns zuzukommen und das Gespräch zu suchen, wurde getrickst und versucht, externen Druck aufzubauen", erklärte dazu der Kölner CDU-Chef Jürgen Hollstein, selbst Mitglied im Porzer Ortsverband.
In der Bezirksvertretung Porz gibt es derzeit keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Das Kernbündnis von SPD und Grüne verfügt über neun, die konservativen demokratischen Kräften von CDU und FDP über über acht Stimmen in der Bezirksvertretung. Die anderen beiden Bezirksvertreter werden von der Linken und von "pro Köln" gestellt. Die CDU betonte bei der Wahl der Bezirksbürgermeister mit allen demokratischen Kräften reden zu wollen. Die konstituierende Sitzung soll nun in zwei Wochen stattfinden.

























