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27. 05. 2012
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Volles Programm mit kompletter Mannschaft


20.01.2011 20:21 von:

Schlagwörter: Köln,Dezernentin,Dr. Agnes Klein,Jahresrückblick,Ausbau,Ganztag,Kinderbetreuung,

Die Dezernentin für Jugend, Schule und Sport der Stadt Köln, Dr. Agnes Klein, hat am heutigen Donnerstag einen Rückblick über das vergangene Jahr vorgelegt. Das Jahr sei im Wesentlichen durch die kommunale Finanzkrise geprägt gewesen. Insbesondere im Schulbereich gab es erhebliche Anstrengungen, die Lücken der Ganztagsbetreuung über die gesamte Bildungskette hinweg zu reduzieren. So war ein Schwerpunkt städtischen Handelns der zügige Ausbau bei der Betreuung der Unterdreijährigen. Auf den Aufruf der Dezernentin an die Adresse potenzieller Immobilieninvestoren haben sich nach Auskunft der Beigeordneten bereits 80 gemeldet. Allerdings werden nicht alle angebotenen Gebäude auch wirklich in Frage kommen. Der Ausbau U3 bleibe aber auch weiterhin Top-Thema, nicht zuletzt wegen der gestiegenen Kinderzahlen. Schon zum vierten Mal in Folge stieg die Zahl der Kinder unter drei Jahren an, in den vergangenen drei Jahren lag die Zahl der Neugeborenen in Köln bei jeweils über 10.000. Diese an sich erfreuliche Nachricht bedeutet aber für die Bildungspolitiker, dass sie gleichzeitig rund 1000 zusätzliche Betreuungsplätze für diese Altersgruppe anbieten müssen, um den gesetzlich vorgeschriebenen Auftrag erfüllen zu können. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der U3-Betreuungsplätze um 855. Klein gab als Zielmarke die Grenze von 1000 neuen Betreuungsplätzen pro Jahr an. "Das ist noch ein richtig großer Run", räumte die zuständige Dezernentin ein.

Integrierte Schulentwicklungsplanung noch vor Karneval

Auch an den anderen Stellschrauben des Schulsystems muss gedreht werden. Zwar hat die Stadt inzwischen eigener Auskunft zufolge bei den Vorschulkindern im Alter von drei bis sechs Jahren die Grenze zur Vollversorgung erreicht. Aber der Umbau von Kitas zu Familienzentren, die über den Erziehungsauftrag hinaus weitere pädagogische und therapeutische Angebote vorhält, dauert an. Aktuell gibt es in der Stadt 89 dieser Familienzentren, davon zwölf neue zum aktuellen Schuljahr. Dem sollen auch in diesem Jahr weitere folgen. Die Ausbauanstrengungen gerade in der Ganztagsbetreuung setzen sich fort. So ist im Grundschulbereich inzwischen mit 20.800 Plätzen das Ziel fast erreicht (600 Plätze müssen bis Beginn des Schuljahres 2011/2012 geschaffen werden). Besonders erfreut zeigte sich Klein über die deutlich gestiegene Betreuungsquote im Stadtbezirk Chorweiler. Hier erreicht die Stadt inzwischen eine Versorgungsquote von 46 Prozent, für das kommende Schuljahr geht Klein davon aus, dass die Marke von 50 Prozent überschritten wird. "Unsere Anstrengungen haben offenbar gefruchtet", bekräftigte die Beigeordnete. Mit der Ausweitung des gebundenen Ganztags an weiteren 14 Schulen zum laufenden Schuljahr hat Köln inzwischen ebenfalls eine Versorgungsquote von 60 Prozent erreicht. 54 weiterführende Schulen können seit diesem Schuljahr ein Ganztagsangebot machen. Von den 14 neuen Ganztagsschulen sind neun Gymnasien, die restlichen fünf Realschulen. Die Investitionen dafür liegen nach Ansicht der Dezernentin bei rund 180 Millionen Euro. "Wir wollen an die Spitze des Landes", kündigte Klein an.

Neben der Bereitstellung von Ganztagsplätzen stehen auch in der Schullandschaft große Veränderungen an. So rechnete Klein beim heutigen Pressegespräch nicht damit, dass sich am "Schulwahlverhalten" etwas wesentliches ändern wird. Der Trend geht in Richtung höhere Bildungsabschlüsse. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl der Anmeldungen an den Hauptschulen im Gegensatz zum Vorjahr merklich verringert. Auch an den Realschulen gab es weniger Anmeldungen. Deutlich gestiegen ist jedoch die Zahl der Gesamtschüler, was Klein auf die Eröffnung der neuen Gesamtschule an der Brehmstraße zurückführte. Hier wird die Hauptaufgabe der neuen Leiterin im Schulverwaltungsamt liegen. Ulrike Heuer, selbst zwölf Jahre lang Schulleiterin am Albertus-Magnus-Gymnasium, ist damit die erste Pädagogin, die dieses Amt bekleidet. Sie sieht als wesentlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit vor allem die Verknüpfung von Schule und außerschulischen Bildungsangeboten. Stichworte sind neben der Gestaltung des Ganztags auch die konkreten Maßnahmen in den "Bildungslandschaften". Auch das längere Gemeinsame Lernen sowie die Inklusion (Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen) sind weitere Tätigkeitsschwerpunkte. Als Schulleiterin mit Praxiserfahrungen aus dem Projekt "Selbständige Schule" weiß Heuer aber auch um die Probleme eines ausufernden Vorschriftendschungels. "Wir müssen Schule von Bürokratie befreien", so der Appell der neuen Amtsleiterin.

Wichtige Aufgaben auch im Jugend- und Sportbereich

"Wir haben trotz der angespannten Haushaltslage im vergangenen Jahr keine Einrichtung geschlossen", so Klein zur Situation im Bereich der Jugendhilfe. Zwar musste die Stadt angesichts der aufgelaufenen Fehlbeträge auch in diesem Bereich Kürzungen vornehmen. Doch die fielen mit maximal acht Prozent in der zweiten Kürzungsrunde deutlich moderater aus als ursprünglich befürchtet. Im Bereich der sozialen Frühwarnsysteme ("Kinder Willkommen") erreicht die Stadt und die von der Stadt betrauten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer rund 80 Prozent der Familien mit Neugeborenen. Zwischenzeitlich hatte das Land der Stadt eine Änderung des Anspracheverfahrens nahegelegt. Wegen datenschutzrechtlicher Bestimmungen sollten die Willkommensbesuche der Ehrenamtler nicht mehr obligatorisch, sondern von Herbst 2010 an auf freiwilliger Basis erfolgen. Seither registrieren die Behörden aber wieder signifikant steigende Zahlen, wie Klein bekannt gab.

Im Bereich Sport gibt es dank des zweiten Konjunkturprogramms der Bundesregierung, ebenfalls erfreuliche Fortschritte. So soll das geplante Sportinternat im Stadtteil Müngersdorf bereits im Sommer dieses Jahres an den Start gehen. 3,45 Millionen Euro der Mittel waren Zuschüsse von Bund und Land, wie die Beigeordnete ausführte. Schwimmunterricht für Grundschüler, die Einrichtung von Kunstrasenplätzen sowie das Projekt "Kids in die Clubs" werden auch in diesem Jahr weiterlaufen und erhebliche Kräfte binden. In Sachen Bäderlandschaft stehen mit dem Ausbau des Stadionbades und dem Neubau an der Lentstraße gleich zwei Großprojekte der stadtnahen KölnBäder GmbH auf der Agenda. Zumindest in einem Punkt aber dürfte der Dezernentin ein Stein vom Herzen gefallen sein. Als vor wenigen Wochen im Zuge eines Prozesses wegen Kindesmisshandlung vor dem Kölner Landgericht auch die Stadt in den Fokus kritischer Berichterstattung geriet, begann die Kölner Staatsanwaltschaft mit Voruntersuchungen. Die aber wurden – so verkündete Klein heute erneut – zwischenzeitlich eingestellt.







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