27. 05. 2012
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Walter Reinarz bleibt angestellt und ist doch nicht mehr Vorstand
Am heutigen Montag traf sich der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB erneut zu einer Sitzung. Auf der Sondersitzung war das einzige Thema die Personalie Reinarz. Nachdem der Aufsichtsrat in einem ersten Anlauf keine gütliche Einigung zum Ausscheiden des Technikvorstandes erzielen konnte, hat man am heutigen Montag einen Weg gefunden, den Verkehrsmanager aus seinem Amt zu berufen. Mehrheitlich habe das Aufsichtsgremium den "Widerruf der Bestellung zum Vorstandsmitglied" beschlossen. Damit ist Reinarz de facto seines Amtes enthoben, das arbeitsrechtliche Anstellungsverhältnis zwischen der stadtnahen Verkehrsgesellschaft und dem geschassten KVB-Vorstand bleibt allerdings bestehen.
"Diese Maßnahme war erforderlich, um weiteren Schaden von der KVB AG abzuwenden", begründete der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wilfried Kuckelkorn diesen Schritt. Ausdrücklich betonte der SPD-Aufsichtsrat, dass dem Vorstand Reinarz keine Pflichtverletzung vorzuwerfen sei. Vielmehr wurde der Schritt politisch begründet. Man wolle damit "schnellstmöglich verlorenes Vertrauen zurück gewinnen und das Bauvorhaben Nord-Süd-Stadtbahn Köln erfolgreich beenden", so Kuckelkorn weiter. Unterstützung erhielt Reinarz – wie schon auf der vergangenen Generalversammlung der Christdemokraten – von der eigenen Partei. Die wollte diese Entscheidung im Aufsichtsrat auch nicht mittragen, wie der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion prompt entgegnete. "Die CDU-Fraktion teilt die Erwartung, dass alleine hierdurch Vertrauen zurück gewonnen werden kann, nicht", stellte Winrich Granitzka klar. Es gebe bis zum heutigen Tage keine "Beweise oder andere belastbare Gründe" für diese Maßnahme.
In der Tat ist die gefundene Lösung nicht die beste. Denn weil das Angestelltenverhältnis zwischen KVB und Walter Reinarz unangetastet bleibt, wird der Zurückgesetzte weiterhin sein normales Vorstandsgehalt kassieren. Darauf machten auch seine Parteifreunde aufmerksam und prangerten die Entscheidung als "unverantwortbar" an. Als erste Kommentaren meldeten sich die Linken zu Wort. Ein Viertelstunde vor der offiziellen Verlautbarung des Aufsichtsrates hatte Fraktionssprecher Jörg Detjen bereits den aus seiner Sicht passenden Kommentar dazu: "Das war höchste Eisenbahn."

























