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27. 05. 2012
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Stadtreparatur – ein genialer Vorschlag


11.05.2011 02:37 von:

Schlagwörter: Köln,Kommentar,Verkehrsausschuss,Querung,Aachener Straße,2011,Mai,Sterck,FDP,Ant

(rk) Manchmal sehen die Kölner vor lauter Bäumen den Wald nicht. Da reden alle von Radwegenetzen, versuchen sich ein ökologisches Image zu geben, lassen sich ein (geniales) Regiebuch des weltweit bekanntesten Stadtplaners diktieren und sich für die einmalige Stadtgeometrie eines grünen Rings um die Innenstadt loben und doch: Genau in der Mitte zwischen Nord und Süd lassen die Kölner in wehmütiger Selbstverlorenheit zu, dass eine vierspurige Stadtautobahn dieses grüne Band jäh zerschneidet. Jugendliche Draufgänger wie auch das mobilitätsbeschränkte Spätmittelalter werden immer häufiger dabei beobachtet, wie sie sich den direkten Weg durch zwei aktiv genutzte Asphaltspuren, dichtes Buschwerk, zwei ebenfalls bewirtschaftete Bahngleise und noch mal acht Meter Asphaltdecke bahnen, um zur anderen Seite zu gelangen, verkehrssicher geht anders. Und doch benötigen die Verantwortlichen (oder wer immer sich dafür hält) mehr als zwei Jahre und einen wahnwitzigen Umweg, um endlich ein Stück gesunden Menschenverstand umzusetzen.

Wem das zu hart und zu kritisch klingt, sollte sich einmal an einem schönen Wochenendtag auf sein Fahrrad setzen und den Inneren Grüngürtel durchfahren. Auf der kompletten Länge des grünen Bandes lassen sich die asphaltierten Strecken für den motorisierten Individualverkehr ohne größere Umwege und – vorschriftskonform – überwinden. Nur genau in der Mitte des Inneren Grüngürtel muss der Radfahrer einen komplizierten Umweg hinnehmen, die ihn auf dem Weg über die Aachener Straße zwingt, gleich von beiden Seiten vom Rad zu steigen, will man ein Bußgeld der Strafverfolgungsbehörde vermeiden. Dass nun ausgerechnet die Partei einen Vorschlag zur Güte macht, die in der Vergangenheit nicht gerade auf der Bremse standen, wenn es um den freien Verkehrsfluss und den Vorrang des Verkehrsträgers Straße ging, ist mehr als erwähnenswert.

Man darf fast dankbar sein, wenn wenigstens eine politische Formation einen klaren Gedanken fasst und sich die Frage stellt: Wie kann man die Aachener Straße am schnellsten überwinden? Die Antwort, die der Ausschuss am heutigen Dienstag auf diese Frage gab, ist so einfach wie einleuchtend, und sie lautet: direkt. Bravo! Zumindest eines aber ist jetzt realisierbar. Der an ein Autobahnkreuz gemahnende, großzügige Ausleger, der von der Aachener auf die Innere Kanalstraße führt, kommt weg, ein Zugewinn für den Grüngürtel. Der Vorschlag der Grünen aus der BV 1 allerdings war in der Tat nur für eines gut. Die kreativen Potenziale der Stadtverantwortlichen – sei es auch nur einer Gruppe – anzuregen und so zu einer besseren Lösung zu führen.

Für Radfahrer wie Fußgänger ist der Vorschlag schon jetzt ein Gewinn. Wer nördlich der Aachener Straße am Samstagnachmittag ein Sonnenbad nimmt und sich danach auf ein Helles im Biergarten gegenüber verabredet, kann locker fünf Minuten länger in der Sonne liegen bleiben, wenn sie oder er nicht doch den direkten – heute aber vorschriftswidrigen und gefährlichen – Weg wählt. Radfahrer wären ebenfalls deutlich schneller unterwegs als vorher. Diese beiden im Straßenverkehr strukturell benachteiligten "Verkehrsträger" werden nun nicht mehr zu sinnlosen und unerklärlichen Umwegen genötigt oder zu verkehrsgefährdendem Verhalten "verführt". Sie kommen auf dem schnellsten Weg von A nach B, rechtskonform und verkehrssicher. So hat es wohl auch Speer gemeint, auch wenn er es explizit nicht erwähnt hat. Der große grüne Pfeil im Regiebuch der Stadt auf der mittleren Skizze der Seite 76 macht indes deutlich: Die Idee stand schon damals im Raum. Im Namen aller betroffenen Radfahrer und Fußgänger Danke, dass dies aufgegriffen wurde.

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