Grüne fordern Rücktritt von KVB-Vorstand Walter Reinarz
08-03-2010 16:00:00
KVB-Vorstand Walter Reinarz (Mitte) gerät nach dem Skandal um den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn immer mehr unter Druck. Nun forderte auch der Kreisvorstand der Kölner Grünen seinen Rücktritt. Bild: Archiv Köln Nachrichten
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| KVB-Vorstand Walter Reinarz (Mitte) gerät nach dem Skandal um den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn immer mehr unter Druck. Nun forderte auch der Kreisvorstand der Kölner Grünen seinen Rücktritt. Bild: Archiv Köln Nachrichten :: ClickBild=Vollbild |
Der politische Druck auf den amtierenden Technikvorstand der Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB, Walter Reinarz, wird immer heftiger. Im Vorfeld der heutigen Sitzung des Aufsichtsrates hat auch der Kreisvorstand der Kölner Grünen einen sofortigen Rücktritt des ehemaligen CDU-Vorsitzenden gefordert. In einer Presseerklärung riefen die Grünen Reinarz auf, „endlich und sofort zurückzutreten“. Bereits am Mittwoch vergangener Woche sollte der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Wilfried Kuckelkorn (SPD) mit dem Technikvorstand der KVB über eine einvernehmliche Vertragsauflösung verhandeln. Die KVB kündigte für den heutigen Montagabend eine eilig einberufene Pressekonferenz an, nachdem auch Oberbürgermeister Jürgen Roters auf der Trauerfeier am vergangenen Mittwoch deutliche Kritik an der Person Reinarz geübt hatte. Indirekt und in einer Frage formuliert forderte auch Roters Konsequenzen aus den Skandalen, die sich beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn ereignet haben und nun sukzessive ans Tageslicht gekommen waren.
„Seien Sie anständig“, so der Appell der Grünen vom heutigen Montag. Reinarz müsse nach Ansicht des Grünen-Kreisvorstandes nun die persönlichen Konsequenzen aus dem „U-Bahn-Desaster“ ziehen. „Er darf nicht länger darauf setzen, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, aus welchen Gründen auch immer, ihn weiter stützen“, erklärte die neue Kreisverbandsvorsitzende Anne Lütkes. Obwohl offenbar auch die Bauüberwachung der Arbeitsgemeinschaft ARGE Los Süd unter technischer Federführung des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger Berger offenkundig versagt hatte, musste sich auch die KVB kritischen Fragen stellen. So gebe es Zweifel, dass das stadtnahe Unternehmen genug getan habe, um seine Funktionen als Bauaufsicht und Bauherr ordnungsgemäß auszuführen. Auch ohne den juristischen Nachweis einer Schuld gebe es eine politische und moralische Verantwortung. „Der Rücktritt ist eine Frage des persönlichen Anstandes“, so die Kreisverbandsvorsitzende Katharina Dröge abschließend.
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