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27. 05. 2012
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Breites Bündnis gegen Rechtspopulismus am Samstag


06.05.2011 15:45 von:

Schlagwörter: Köln,Großdemo,pro Köln,rechtsextrem,Demonstration,Gegendemo,Menschenkette,Verkeh

Der morgige Samstag wird in der Kölner Innenstadt zu erheblichen Verkehrsproblemen führen, so viel steht für die Einsatzkräfte der Polizei bereits im Vorfeld fest. Ab etwa 10 Uhr ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen insbesondere im Umfeld der Deutzer Brücke zu rechnen. Bereits eine Woche vor dem Showdown der politischen Gegner warnte die Polizei vor dem Verkehrsstau, der sich zwischen den Vormittagsstunden und dem späteren Mittag insbesondere auf der Ost-West-Verbindung zwischen Neumarkt und Köln-Deutz ergeben wird. Die Polizei selbst wird mit einigen Hundertschaften vor sein müssen, um die wesentlichen Ziele des Einsatzes - die Vermeidung eines direkten, gewaltsamen Aufeinandertreffens - zu verhindern. Ob das angesichts des geplanten Zugwegs des so genannten "Marsches für die Freiheit" tatsächlich gelingt, wird der morgige Samstag zeigen. Die erste Ausgabe der "pro Köln"-Demo im Jahr 2008 wurde von der Polizei vorzeitig abgebrochen. Ein halbes Jahr später zur zweiten Ausgabe verlief die Großverantstaltung deutlich friedlicher ab (Köln Nachrichten berichtete).

Resolution und gemeinsamer Protest – Ein altes Bündnis lebt wieder auf

Schon zwei Mal war die Kölner Bürgerschaft aufgerufen, dem einseitigen Weltbild der Rechtspopulisten und dem damit verbundenen Schüren von diffusen Ängsten vor Migranten mit türkischem Hintergrund und muslimischen Glauben entgegen zu treten. Neben einer breiten Front politischer Parteien, den Gewerkschaften und Kirchen sowie zahlreichen Initiativen und Einzelpersonen traten vor allem bei der Erstausgabe der Großdemo von Rechtspopulisten in der Kölner City – damals auf dem Heumarkt - auch gewaltbereite Gegendemonstranten auf. Sie sorgten vor allem im September 2008 für einen als unverhältnismäßig kritisierten Einsatz der Kölner Polizei. Zahlreiche Jugendliche wurden dabei stundenlang festgehalten. Der zweite so genannte "Anti-Islamisierungskongress" im Jahr 2009 lief dann – dank geänderter Polizeitaktik und einer anderen Platzwahl deutlich friedlicher ab. Aber auch beim zweiten Mal standen 150 bis 200 Demonstranten mehrere Tausend Gegendemonstranten gegenüber.

Im Kölner Integrationsrat wurde noch am Montag eine Resolution gegen den Aufmarsch der Neo-Rechten mit einer Gegenstimme (Jörg Uckermann von pro Köln) beschlossen. Darin verurteilte das Gremium das geplante Vorhaben der als rechtsextrem eingestuften "Bürgerbewegung" einhellig und sprach sich stattdessen für ein friedvolles Miteinander aus. Am Mittwoch dann luden die Initiatoren der Gegendemo zum Pressegespräch nach St. Heribert. Dort formierte sich erneut das Bündnis von Gewerkschaften, politischen Parteien (inklusive der Linkspartei) und den Kirchen. Man wolle eine Menschenkette bilden, um so den Aufmarsch der Rechten zu unterbinden. Das Vorhaben der Rechtspopulisten von der Deutzer Freiheit aus über den Heumarkt und Neumarkt bis zum Rudolfplatz zu ziehen, empfindet nicht nur Kölns DGB-Vorsitzender Andreas Kossiski als Provokation. Während sich die Demonstranten auf der rechten Rheinseite treffen, sammeln sich die Gegner an zwei Orten rechts und links des Rheins, ab 10:30 Uhr vor der Kirche St. Heribert in Deutz und ab 11:30 Uhr vor der Frankenwerft in der linksrheinischen Kölner Altstadt. Zwischen beiden Treffpunkte wolle man eine Menschenkette aufbauen.

Verkehr in und um Köln behindert

Aber nicht nur in der Innenstadt werden Verkehrsteilnehmer einer Geduldsprobe unterzogen. Auch Fahrplanänderungen der KVB und der Bahn sowie eine geplante Vollsperrung der A1 zwischen Kreuz Köln-West und der Anschlussstelle Köln-Lövenich wird für Verzögerungen und Behinderungen führen. Die Verkehrsleitzentrale der Stadt wird diesen Samstag sicherlich als Großkampftag bezeichnen. Weitere Details zu den Verkehrsbeschränkungen finden Sie auch auf den städtischen Internetseiten unter: www.stadt-koeln.de. Rechts neben dem Verkehrskalender befindet sich eine Suchmaske, in der sie das Datum verändern können.


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