27. 05. 2012
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Ganztag an Grundschulen soll weiter ausgebaut werden
"Angebot schafft Nachfrage", so lautet ein häufig zitierter Satz der Stadtverantwortlichen, wenn es um das große Thema Kinderbetreuung geht. Stadtdirektor Guido Kahlen, Schuldezernentin Dr. Agnes Klein oder auch Oberbürgermeister Jürgen Roters erwähnten diesen Mechanismus. Je mehr Plätze bereit stehen, um so höher die Bereitschaft der Eltern, ihr Kind in berufene Hände zu geben. Sieben Jahre nach den Anfängen der Ganztagsbetreuung, zählt das ganztägige Angebot an den Kölner Grundschulen inzwischen zum Standard. Und weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die hohe Zahl Alleinerziehender in einer Großstadt so wichtig für den sozialen Frieden ist, müsse der Ausbau auch dieses Teils der Bildungskette fortgeführt werden. Diesem Leitsatz folgend hat die Stadt zwar mit inzwischen 20.800 Plätze bereits eine hohe Versorgungsquote. Aber die Nachfrage der Familien nach qualifizierter Ganztagsbetreuung für das eigene Kind scheint nach Darstellung von SPD und Verwaltung ungebrochen. Nun sollen nach einem aktuellen Vorschlag der Stadtverwaltung 1400 zusätzliche Plätze im Primarbereich (Grundschule) entstehen. Die Sozialdemokraten begrüßen den Ausbau des Angebots ausdrücklich. Mit dann 64 Prozent würde die Quote nochmals deutlich ansteigen.
Allerdings ergibt sich ein enormes Gefälle innerhalb der verschiedenen Stadtbezirke. Während in der urbanen Mitte die Familien bereits eine hohe Versorgungsquote von 86 Prozent erreichen, fällt der Stadtbezirk Chorweiler mit 51 Prozent deutlich ab. Auch in Ehrenfeld ist die Versorgungsquote mit 71 Prozent über dem städtischen Durchschnitt. Die neuen Plätze werden an insgesamt 139 Grundschulen und 17 Förderschulen eingerichtet, berichteten die Sozialdemokraten weiter. "Die Nachfrage nach Ganztagsplätzen ist in Köln enorm. Wir wollen das Recht auf Ganztag, um für unsere Kinder ein umfassendes Bildungsangebot zu schaffen und um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Mütter und Väter müssen sich auf ein ausreichendes Angebot und gute Qualität in der OGTS verlassen können. Das Konzept des Ganztags ist eine Erfolgsstory, die zu Ende geschrieben werden muss, was heißt: Wenn die Nachfrage vorhanden ist, muss das Platzangebot auch weiterhin steigen", argumentiert auch Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kölner Stadtrat.
Nach dem Programm ist vor dem Programm
Das Angebot für die Ganztagsbetreuung an den Grundschulen lässt sich die Stadt Einiges kosten. Pro Jahr müsse die Stadt rund 25 Millionen Euro aus dem eigenen Haushalt in die Finanzierung der Angebote investieren, rechnet der schulpolitische Sprecher der SPD, Franz Philippi vor. Allerdings verknüpft die SPD auch hier ihre Argumente wieder mit der Kritik an der Berliner Regierung. Philippi forderte dabei ein neues Investitionsprogramm zur Erweiterung der bestehenden Raumkapazitäten, ähnlich dem des allerersten Investitionsprogramms in den OGTS-Bereich aus dem Jahr 2003 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung. Allerdings läuft derzeit noch das Investitionsprogramm der Bundesregierung zur Stabilisierung der Konjunktur, das Konjunkturpaket II auf vollen Touren. Bis Ende des Jahres stehen Investitionen mit einem Bundeszuschuss in Höhe von etwas mehr als 100 Millionen Euro zur Auszahlung bereit. Vor allem in den bevorstehenden Sommerferien wird daher in der Domstadt ein regelrechter Bauboom erwartet. Schließlich kann die großflächige Sanierung ganzer Gebäudekomplexe erst dann erfolgen, wenn die Schulen nicht jeden Tag von Tausenden Schülerinnen und Schülern frequentiert werden. Und da ist nicht nur in Köln der derzeitige Zeitplan ausgesprochen ehrgeizig. Nach der letzten Mitteilung der Verwaltung vom März 2011 waren bis dahin gerade einmal etwas mehr als 30 Millionen Euro tatsächlich abgerufen. Immerhin fast 38 Millionen Euro waren im vergangenen Monat vorgemerkt, schrieb die Verwaltung Mitte März.

























