27. 05. 2012
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Grüne kritisieren Kürzungen der KfW-Programme
<a href="assets/images/standartbilder/Sanierung_gr.jpg" rel="lightbox" title="Die KfW-Förderbank soll ihr Sanierungsförderprogramm drastisch zusammenkürzen. Die Kölner Grünen haben das scharf kritisiert. Bild<: Archiv Köln Nachrichten">
Energetische Gebäudesanierung hat neben Umwelt- und Klimaschutz auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Doch angesichts der aktuellen Sparpolitik müssen sich Bauherrn und Immobilienbesitzer nun auf eine erhebliche Kürzung dieses bundesstaatlichen Fördertopfs einstellen. Wie die Kölner Grünen am gestrigen Dienstag verkündeten, soll das KfW-Programm (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bereits zum 1. September dieses Jahres erheblich zurückgefahren werden. "Klammheimlich und mitten in den Sommerferien", wie die Umweltexperten der Ratsfraktion nun kritisierten. Die dafür bereit gestellten Mittel soll von 2,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zunächst auf 1,35 in diesem und nur noch 450 Millionen Euro im kommenden Jahr reduziert werden. Mit den zinsvergünstigten Darlehen werden unter anderem Maßnahmen wie Fensteraustausch, Heizungserneuerung oder Dämmarbeiten an Bestandsimmobilien finanziert. Auch der Austausch energiefressender Nachtspeicherheizungen soll zukünftig nicht mehr gefördert werden. Das aber hat nicht nur Folgen für die Klimaschutzziele der Bundesregierung. Es sorgt auch bei Immobilienbesitzern, Wohnungsmietern und dem Handwerk für lange Gesichter.
Alleine in Köln wurden im vergangenen Jahr 2766 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von 32 Millionen Euro durch die bundeseigene Förderbank finanziell unterstützt worden. Die Aufträge gehen in der Regel an Betriebe des lokalen oder regionalen Handwerks. Zusammen mit dem Programmbereich "Energetisch Sanieren und Bauen" der KfW flossen sogar 173 Millionen Euro an Kreditmitteln in die Domstadt. Knapp 9500 Wohnungen konnten so energetisch optimiert oder neu errichtet werden. In diesem und dem kommenden Jahr wird diese Zahl jedoch weit verfehlt, wie die Ratsfraktion der Grünen ausführte. "Unverständlich", findet der energiepolitische Sprecher der Ratsfraktion, Gerd Brust. Er sieht aber nicht nur den Klimaschutz negativ betroffen. "Die Kürzungen der Bundesregierung sind aus Haushaltsgründen unverständlich. Jeder Förder-Euro löst acht Euro Investitionen aus. Die Programme finanzieren sich schon über höhere Mehrwertsteuereinnahmen von selbst – wie auch Studien der Bundesregierung zeigen", erklärte Brust.
40 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs entfallen bundesweit auf das Beheizen oder Kühlen von Gebäuden. Allerdings entsprechen nach derzeitigen Schätzungen rund 80 Prozent des Gebäudebestandes nicht mehr den aktuellen Standards von Energieeffizienz. Eigentlich wäre eine Sanierungsquote von drei Prozent pro Jahr notwendig. Derzeit komme man jedoch nicht einmal auf ein Prozent. Das bedeutet, dass für die energetische Sanierung des Gebäudebestandes im derzeitigen Tempo mehr als 100 Jahre notwendig sind, bis alle Gebäude auf den (heutigen) technischen Stand gebracht werden. Für Mieter bedeutet die mangelnde Energieeffizienz zudem eine weiterhin hohe zweite Miete. Auch das Handwerk, insbesondere die Ausbauhandwerke der Bauwirtschaft, müssen sich nun auf Auftragsrückgänge einrichten. Die Forderung der Kölner Grünen ist deutlich. "Die Bundesregierung muss endlich lernen, dass Kürzungen bei der Förderung der Gebäudesanierung nur schaden und niemandem nützen", so das abschließende Fazit von Brust.

























