27. 05. 2012
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Haushaltskoalition im Streit über Nord-Süd-Stadtbahn
Während sich die Bevölkerung und die lokale Wirtschaft nach der Katastrophe um den Einsturz des Historischen Archivs in Solidarität mit den Opfern und Betroffenen übt, ist zwischen den Vertretern von CDU, SPD und Grünen ein politische Streit um die Verantwortung für den Nord-Süd-Stadtbahnbau entbrannt. Der Baubeschluss aus dem Jahr 1999 wurde mit den Stimmen der beiden großen Volksparteien SPD und CDU im Stadtrat beschlossen. Trotzdem tauchte in der Montagsausgabe der Tageszeitung Die Welt ein Interview mit dem Enkel des ersten Bundeskanzlers der Republik, dem Kölner Notar und CDU-Parteimitglied Konrad Adenauer auf. Der behauptete gegenüber der Berliner Redaktion der überregionalen Tageszeitung, dass eine Koalition aus SPD und Grünen für die Entscheidung zum Stadtbahnbau verantwortlich ist. "Tief enttäuscht" äußerte sich daraufhin die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Stadtrat, Barbara Moritz. In einem offenen Brief widersprach sie der Darstellung Adenauers entschieden. Vielmehr sei die CDU seit Mitte der 80er Jahre ständiger "Juniorpartner der bis 1999 regierenden SPD. "Die Darstellung unserer Haltung zur Führung der Nord-Süd-Stadtbahn eine völlige Verdrehung der nachweisbaren, weil in amtlichen Protokollen niedergelegten Tatsachen", schrieb die Fraktionsvorsitzende. "Sie verfälschen die Realität auf unerträgliche Weise", so Moritz weiter.
CDU kritisiert Äußerungen der SPD-Bürgermeisterin
Bereits einen Tag zuvor hatte sich der Kreisvorsitzende der Kölner CDU Jürgen Hollstein heftige Kritik an der SPD-Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes geübt. Die Äußerungen der SPD-Politikerin seien unerträglich. Die hatte kurz zuvor dem Oberbürgermeister vorgeworfen, die Stadt im entscheidenden Moment im Stich gelassen zu haben. "Sie sollte sich dafür schämen, auf so billige Weise mit dieser Katastrophe Wahlkampf zu machen", so Hollstein weiter. Der Kölner CDU-Chef lobte in seiner Stellungnahme vom vergangenen Wochenende vor allem das geistesgegenwärtige Verhalten der Bauarbeiter an der Unglücksstelle kurz vor dem Einsturz. "Sie haben nicht nur die schwere Gefahr schnell erkannt, sondern auch die hoch gefährdeten Menschen gewarnt und so viele vor einem möglichen Unglückstod bewahrt", erklärte der CDU-Politiker. Die sofortige Rückkehr des Oberbürgermeisters aus dem Urlaub nannte Hollstein "vorbildlich".

























