Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

Kölner Grüne fordern Konsequenzen aus dem U-Bahn-Einsturz


23.03.2009 11:12 von:

Schlagwörter: Köln,Grüne,Forderung,Einsturz,Historisches,Archiv,Reinarz,Streitberger,KVB,Stadt

Nachdem in den vergangenen Tagen öffentlich wurde, dass sowohl der KVB-Vorstand als auch Baudezernent Bernd Streitberger offenbar heikle Informationen zu einem hydraulischen Grundbruch im Herbst vergangenen Jahres vorenthalten haben, haben die Kölner Grünen am heutigen Montag Konsequenzen gefordert. So fordern die Grünen unter anderem die Abberufung von KVB-Vorstand Walter Reinarz sowie eine persönliche Erklärung des Kölner Baudezernenten Bernd Streitberger vor dem Kölner Stadtrat. Beide sollen überdies erklären, warum die offenbar seit dem 12. März dieses Jahres bekannten Tatsachen nicht schon vorher zu entsprechenden Maßnahmen geführt haben. Die Grünen bezeichneten dieses Vorgehen als "Gipfel der Desinformationspolitik". Auch der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma kommt in der Beurteilung der Grünen nicht sonderlich gut weg. Er habe "durch sein Agieren, keine Verantwortung übernehmen zu wollen, dieses Klima verstärkt", heißt es in der Presseerklärung der Kölner Grünen. Gemeint ist ein Abwälzen von Verantwortlichkeiten zwischen den verschiedenen Dienststellen und Institutionen. Gelobt wurde hingegen das Verhalten der Kölner Umweltdezernentin Marlis Bredehorst und des Wirtschaftsdezernenten Dr. Norbert Walter-Borjans. Beide hätten die brisanten Informationen in ihren Zuständigkeitsbereichen zügig ermittelt und entsprechende Dienststellen schnell mobilisiert, hieß es dort weiter.

OB zeigte sich empört und fordert ebenfalls Konsequenzen

Auch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma äußerte sich am Wochenende zu den neuerlichen Informationen. Gegenüber Spiegel Online nannte das Kölner Stadtoberhaupt die Informationen "außerordentlich brisant". Er selbst fühle sich hintergangen, so Schramma weiter. Insbesondere über das Verhalten der KVB-Verantwortlichen zeigte sich der Oberbürgermeister enttäuscht. Auch die Zurückhaltung von Baudezernent Bernd Streitberger sorgt für Irritationen bei seinem Parteifreund Schramma. Der gebürtige Westfale, der seit 2003 Mitglied des Stadtvorstandes ist, soll ebenfalls bereits zuvor von den aufgetretenen Problemen beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn gewusst haben. Schramma prüfe nun disziplinarrechtliche Schritte gegen all diejenigen, die etwas gewusst, aber nichts unternommen haben, ließ das Kölner Stadtoberhaupt wissen. Einer Meldung der Kölner Verkehrs-Betriebe KVB vom vergangenen Freitag zufolge gab es bereits im September vergangenen Jahres erste Meldungen über Probleme mit dem Grundwasser in dem unterirdischen Bauwerk. Demnach soll Baudezernent Streitberger die KVB-Verantwortlichen am besagten 12. März über die Ergebnisse einer Baustellenbesprechung informiert haben. Erst zu diesem Zeitpunkt soll auch den KVB-Vorständen die Probleme im Bereich der Baustelle Waidmarkt bekannt gewesen sein, erklärte die KVB in einer Pressemitteilung.

Chronologie einer Tragödie

Wie es in der Mitteilung der Verkehrs-Betriebe weiter hieß, meldete die Arbeitsgemeinschaft LOS-SÜD, die im Auftrag des Bauherrn die Bauarbeiten durchführte, am 9. September vergangenen Jahres Mehrkosten an. Das Eindringen von Grundwasser im Bereich des Brunnens B3 wurde als "kleiner hydraulischer Grundbruch" bezeichnet. Schon zwei Tage später, so teilte die KVB mit, seien sechs weitere Brunnen in Betrieb genommen worden, um das eindringende Grundwasser abzupumpen. Der von der KVB eingesetzte Gutachter Sieler spricht in diesem Zusammenhang und aufgrund des damaligen Baufortschritt allerdings nicht von einem hydraulischen Grundbruch sondern von einem "starken Wasserzufluss im Umfeld des Brunnen 3". Insofern sei die Empfehlung des Erdbaulaboratoriums Essen (ELE) richtig gewesen. Die hatten eine Woche nach der Meldung an den Bauherrn das Vorgehen der ARGE-Verantwortlichen gut geheißen. Nachdem die zusätzlichen Brunnen eingerichtet wurden, stellten die Verantwortlichen Ende Januar bei einer Baubegehung fest, dass der Grundwasserspiegel erfolgreich abgesenkt werden konnte. "Das Grundwasser unterhalb der Braunkohleschicht ist ausreichend entspannt", hieß es im dortigen Protokoll. Medienberichten, nach denen es Undichtigkeiten der Schlitzwände im süd-östlichen Teil des Bauwerks gab, widersprach das Unternehmen allerdings. Die seien lediglich im nord-westlichen Teil festgestellt worden und wurden bereits kurz nach ihrem Auftreten abgedichtet. Weitere Ergebnisse der Protokolle sollen noch in dieser Woche präsentiert werden, hieß es dazu abschließend.

Ein hydraulischer Grundbruch gilt als wahrscheinliche Ursache für den Einsturz der drei Gebäude auf der Severinstraße, bei dem am 3. März zwei junge Männer ihr Leben verloren.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse