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27. 05. 2012
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Kölner Kernbündnis sieht sich durch Elternbefragung bestätigt


02.12.2009 18:15 von:

Schlagwörter: Köln,Gesamtschule,Landesregierung,Elternbefragung,2009,Schulform,Ganztagsunterri

Mit den Ergebnissen der Elternbefragung der Kölner Stadtverwaltung kommt erneut Bewegung in die schulpolitische Debatte. In jeweils unabhängig voneinander versendeten Presseerklärung hatten sich einen Tag nach der Präsentation der Ergebnisse die Schulpolitiker der beiden Fraktion von SPD und Grünen am gestrigen Dienstag zur Sache geäußert. Die Studie sei in der SPD "mit großer Freude" zur Kenntnis genommen worden. "Das Ergebnis ist eindeutig und eine Bestätigung der sozialdemokratischen Schulpolitik in den letzten Jahren. Das Votum für ein längeres gemeinsames Lernen bedeutet eine herbe Kritik am bestehenden dreigliedrigen Schulsystem", erklärte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Martin Börschel. Schon vor Monaten hatten die Schulexperten seiner Fraktion im Kölner Stadtrat keinen Hehl daraus gemacht, dass sie in der Kölner Schullandschaft mehr Angebote für gemeinsames Lernen schaffen wollen. Zwar hat die Stadt die Zahl der so genannten GU-Plätze zuletzt deutlich ausgeweitet. Offenbar aber ist die Nachfrage noch um Einiges höher. In der Studie hatten mehr als zwei Drittel der Teilnehmer ein längeres gemeinsames Lernen befürwortet.

Auch in der Frage einer neuen Gesamtschule in Köln sehen sich die Sozialdemokraten bestätigt. Zwar hatten sie in einer früheren Ausschusssitzung der Linksfraktion widersprochen, in jedem Fall eine neue Gesamtschule einzurichten. Rot-Grün wollte zum damaligen Zeitpunkt zunächst die Ergebnisse der Umfrage abwarten, bevor man politische Empfehlungen abgibt. Aber gerade im Stadtbezirk Nippes sei die Nachfrage besonders hoch. In der Vergangenheit musste die Kölner Schulverwaltung jedes Jahr zwischen 800 und 1000 Anfragen nach einem Platz an einer der Kölner Gesamtschulen zurückweisen. Auch die Grünen sehen ihre Positionen durch die Umfrage bestätigt. "In der Absage an die Hauptschule und die Zustimmung zu einer Schule für Alle zeigen die Eltern eine realistische Einschätzung der gesellschaftlichen Situation", so der schulpolitische Sprecher der Grünen, Horst Thelen. Seiner Meinung nach sei eine "Europa-Ganztagsschule" die bestmögliche Form einer solchen neuen Schulform. Thelen forderte nun die Verwaltung auf, Anstrengungen zu unternehmen, diese Schulform im Stadtbezirk Nippes umzusetzen.

Auch die SPD würde eine Schule für integrativen Unterricht in Nippes unterstützen, Börschel sieht jedoch auch in anderen Stadtbezirken Handlungsbedarf. Kritik äußerte der SPD-Politiker, der seit 2005 auch im nordrhein-westfälischen Landtag sitzt, an der Schulpolitik der Landesregierung. Die halte weiterhin unbeirrt an der Hauptschule und am dreigliedrigen Schulsystem fest. Damit sei sie "Bremser" einer inzwischen fortgeschrittenen Entwicklung, so Börschel weiter. Das Beispiel Bonn habe gezeigt, dass selbst bei erklärtem Elternwillen und dem Wunsch der kommunalen Verantwortlichen die Landesregierung derzeit nur neue Gesamtschulen im Halbtagsbetrieb zulässt. Das aber ist nach den Worten des SPD-Politikers eine "amputierte Gesamtschule". "Wir erwarten vom Land, dass es seine Blockadehaltung gegen Gesamtschulen im Ganztag endlich aufgibt."

Die Ergebnisse der Elternbefragung finden Sie in einem früheren Artikel auf: Köln Nachrichten.







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