27. 05. 2012
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Linke attackiert Kulturdezernenten
Im Vorfeld der Berliner Ausstellung des Historischen Archives, in der verschiedene Exponate und damit die Arbeit der Restauratoren gezeigt und dokumentiert werden, hatte Quander seine Erlaubnis zum Druck des Ausstellungskatalog zurückgehalten. Nach mehr als einem Monat hat nun auch die Linkspartei Kenntnis von der Angelegenheit erhalten. "Es kann nicht angehen, dass aus der Stadtverwaltung versucht wird, kritische Stimmen zu unterdrücken. Das Kulturdezernat hat hier ein jämmerliches Bild abgegeben. Herr Quander hat sich und der Stadt keinen Gefallen getan", kommentierte der Fraktionssprecher der Linken, Jörg Detjen. In dem Begleitband zur Ausstellung hatten 18 namhafte Persönlichkeiten aus der Kölner Gesellschaft Gastbeiträge. Darin wurde unter anderem auch das Verhalten von Stadt und stadtnahen Gesellschaften heftig kritisiert.
Auf entsprechende Kritik hatte Quander bereits Anfang März bei einer Diskussionsveranstaltung des Kölner Presseclubs entsprechend geantwortet. Damals hatte der Vorsitzende des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins, Dr. Konrad Adenauer, ebenfalls kritisiert, dass die Stadt hier ihre Genehmigung versage. Quander jedoch konterte mit der Position der Stadtverwaltung. Die Stadt Köln trete als Herausgeber auf. Man wolle dort keine Behauptungen aufstellen, die die rechtliche Position der Stadt Köln in einer gerichtlichen Auseinandersetzung schwächen könnte, formulierte Quander damals sinngemäß. Außerdem habe man bei der Suche nach "rechtlich unbedenklichen" Formulierungen stets Unterstützung angeboten. Diese wurde nicht in allen Fällen angenommen, so dass die Stadt bei ihren Einwänden blieb.
Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft die Ursachen und damit auch die Verantwortlichkeiten, die zum Einsturz des Historischen Archivs und zweier benachbarter Wohnhäuser geführt haben. Bei der Katastrophe kamen zwei junge Männer zu Tode. Die geschätzten Kosten für die Restaurierung der größtenteils schwer beschädigten Archivalien belaufen sich nach derzeitiger Kalkulation auf 300 bis 500 Millionen Euro. Die Berliner Ausstellung des Archivs begann Anfang März und endet am kommenden Sonntag (11. April 2010). Danach soll ein Teil der Exponate im Erdgeschoss des Handwerkskammer-Gebäudes unterkommen. Die Räume sind bereits angemietet und werden derzeit für die Dauerausstellung vorbereitet.

























