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25. 10. 2014
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Betreuung der unter Dreijährigen soll ausgebaut werden


16.01.2009 15:45 von:

Schlagwörter: Köln,Stadtrat,Kleinkinder,Betreuung,Ausbau,Unter Dreijährige,Beschlussvorlage,In

Der Termin für die heutige Pressekonferenz war kurzfristig bekannt gegeben worden. Oberbürgermeister Fritz Schramma und die Dezernentin für Schule und Jugend, Dr. Agnes Klein, stellten am heutigen Freitagvormittag die mittelfristigen Planungen für den Ausbau der Betreuung von unter Kleinkindern (unter drei Jahren) in dieser Stadt vor. Bis zum Beginn des Schuljahres 2013/2014 will die Stadt die derzeitige Betreuungsquote in diesem Bereich von derzeit 21 auf dann rund 40 Prozent nahezu verdoppeln. Der Ausbau der Betreuungsplätze soll dabei über rund 80 Prozent über den Ausbau von Kindertagesstätten sowie durch die Gewinnung weiterer Tagesmütter und –väter erfolgen, so Klein. Die Erhöhung der Kleinkinderbetreuung ist schon seit längerer Zeit ein erklärter Schwerpunkt der Stadtspitze, wie Stadtoberhaupt Schramma betonte. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass derzeit rund 2700 Kleinkinder auf den Wartelisten für die Betreuung in einer städtischen Kindertageseinrichtung stehen, so die Beigeordnete weiter. „Ich möchte, dass mehr Familien in Köln arbeiten und leben. Deshalb müssen wir in die Strukturen investieren“, erklärte OB Schramma. Das Kölner Stadtoberhaupt rechnet damit, dass auch der politische Gegner trotz des bevorstehenden Wahljahres bei der Umsetzung dieses Konzeptes mitzieht. Allerdings sieht Schramma hier vor allem den Bund und vor allem das Land in der Pflicht. „Wir müssen notfalls in Vorleistung gehen. Im Alleingang können wir das nicht schaffen“, so der erste Bürger Kölns.

Pro Jahr über 1000 zusätzliche Betreuungsplätze

Das vorgelegte Konzept bedeutet nach der Investition in den Ausbau der Kindergartennetreuung für die Drei- bis Sechsjährigen einen weiteren gewaltigen Kraftakt für die Stadtverwaltung. Pro Jahr, so rechnete Schuldezernentin Klein vor, bedeutet das Programm die zusätzliche Bereitstellung von 1126 Betreuungsplätzen pro Jahr. „Gute Bildungschancen sind das beste Mittel gegen Kinderarmut“, erläuterte Klein. Rund ein Viertel aller Kölner „Pänz“ gelten derzeit als „arm“. Dabei müssen die Verantwortlichen noch einen anderen Aspekt beachten. Die derzeitige Nachfrage konzentriert sich vor allem auf die Stadtbezirke, die über eine relativ stabile Sozialstruktur verfügen. Klein versicherte jedoch, dass auch sozial schwächer gestellte Stadtbezirke wie zum Beispiel Chorweiler oder Mülheim ebenfalls bei der Planung bedacht werden. Bei der Umsetzung setzt die Stadtverwaltung zudem auf die breit gefächerte Landschaft der Jugendhilfeträger. Beim Ausbau der Betreuungsplätze soll rund die Hälfte der zusätzlichen Plätze in Einrichtungen geschaffen werden, die von einem solchen freien Träger gemanagt werden.

Millionenkosten für die Kommunen

Bei der heutigen Vorstellung gehen die Verantwortlichen von einem Investitionsvolumen von rund 52 Millionen Euro nur für bauliche Maßnahmen aus. 71 Prozent der neuen Plätze sollen durch den Ausbau bereits bestehender Gebäude erreicht werden, lediglich 29 Prozent sollen dabei neu entstehen, hieß es dazu weiter. Als wachsende Stadt sollen diese knapp 30 Prozent vor allem in den zahlreichen Neubaugebieten entstehen. Als Positivbeispiel nannte Schramma die neue Wohnsiedlung Widdersdorf-Süd („Prima Colonia“), wo die entsprechenden Einrichtungen direkt vom Bauherrn mit errichtet werden. Neben der baulichen Investition sind aber auch deutliche Verbesserungen der personellen Kapazitäten geplant. Kindergärtnerinnen müssen dabei im Gegensatz zu Erzieherinnen für die Betreuung der unter Dreijährigen neu geschult und ausgebildet werden. Derzeit laufen hier Gespräche mit den berufsbildenden Schulen im Stadtgebiet. Auch für die Tagesmütter und –väter soll sich etwas tun. Statt bisher 2,25 Euro pro Stunde soll die Aufwandsentschädigungen für das Betreuungspersonal auf 3,50 Euro pro Stunde erhöht werden. Hinzu kommt die Übernahme der Unfall- und Rentenversicherung sowie eine Beteiligung an den Kosten für die Krankenversicherung, so der Stadtvorstand. Die Maßnahme könnte zudem helfen, den Beruf der Tagesmutter (oder Tagesvater) aus dem Graumarkt herauszuholen. Am grundsätzlichen Ziel, alle diese Leistungen irgendwann auch kostenfrei anzubieten, wollten die Verantwortlichen allerdings nicht Abstand nehmen. Die derzeit bereits familienfreundliche Regelung der Elternbeiträge lässt Köln auch in diesem Punkt kräftig zur Kasse bitten. Statt der im Kinderbildungsgesetz (KiBiZ) vorgesehen 19-prozentige Kostendeckungsquote liegt sie in Köln bei gerade einmal neun bis zehn Prozent. Und mit dem Ausbau der U3-Betreuung wird sich, das haben die Erfahrungen beim Ausbau der Betreuung Drei- bis Sechsjähriger gezeigt, tatsächlich auch mit dem Angebot erhöhen. Auch darauf will man flexibel reagieren, stellte Klein abschließend klar.







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