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25. 11. 2014
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Freie Wähler wollen Verschiebung des Jüdischen Museums


01.07.2010 20:05 von:

Schlagwörter: Köln,Haus der Jüdischen Kultur,Archäologische Zone,Planung,Wallraf,Ratsbeschluss

Mit einem neuen Vorstoß bringen sich die Freien Wähler im Kölner Stadtrat wieder ins Gespräch. Sie kritisieren den geplanten Bau eines Hauses der Jüdischen Kultur auf dem Rathausvorplatz und fordern in einem neuerlichen Ratsantrag, dass der Neubau um mindestens vier Jahre verschoben werden soll. "In Zeiten, in den das Geld nur für das Nötigste reicht, muss man sich konzentrieren. Die Planungen der städtischen Finanzen haben schon zu viele laufende Projekte, die kaum finanziert sind", begründete Ratsmitglied Klaus Hoffmann den Vorstoß. Stattdessen sollen die eingesparten Gelder zur Finanzierung der Restaurierungs- und Bergungskosten für die verschütteten und größtenteils schwer bis schwerstbeschädigten Archivgüter eingesetzt werden.

Der Bau eines Hauses der Jüdischen Kultur ist in den vergangenen zwei Jahren immer wieder heftig kritisiert worden. Die oberirdische Bebauung hängt dabei direkt mit den Grabungsarbeiten zur Archäologischen Zone zusammen. Die wiederum trägt den so genannten A-Stempel der Regionale 2010 und gilt als eines der Leuchtturmprojekte. Erst vor wenigen Wochen wurden die Grabungsarbeiten auf dem Rathausvorplatz um einige Quadratmeter ausgedehnt. Die inzwischen freigelegten Fundamente und Mauerreste bergen so manche archäologische Kostbarkeit. In einem Architektenwettbewerb aus dem Jahre 2008 setzte sich der Entwurf des Architektenbüros Wandel Hoefer Lorch + Hirsch gegen mehr als 20 andere Vorschläge durch. Die angedachte Finanzierung durch einen privaten Verein scheiterte jedoch an der fehlenden Zusage. Nach einer zwischenzeitlichen Ãœberplanung, die vor allem auf der Südseite um einige Meter zurückgenommen wurde, stimmte der Stadtrat im September vergangenen Jahres über die geänderten Entwürfe ein zweites Mal ab.

Problematische Koppelung

Als problematisch an dem Vorschlag der Freien Wähler könnte sich die damals beschlossene Regelung erweisen, die Ausstellung zur kölnisch-jüdischen Geschichte "organisatorisch in die archäologische Zone (Ausgrabungsstätte) zu integrieren. Der unter Punkt 1b beschlossene Text sieht die Einrichtung einer gemeinsamen Infrastruktur in dem Haus vor. In dem damaligen Beschlussvorschlag kalkulierte die Stadtverwaltung einen 80-prozentigen Zuschuss des Landes in die Berechnungen ein. Demnach beliefen sich die Gesamtkosten von Archäologischer Zone und dem oberirdischen Haus der Jüdischen Kultur auf zusammen 44,915 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil lag nach dieser optimistischen Einschätzung bei rund neun Millionen Euro. Eine Trennung der beiden Projekte Archäologische Zone und Haus der Jüdischen Kultur wurde jedoch bereits in der September-Sitzung des vergangenen Jahres mit einem brisanten Hinweis versehen. Wenn die Archäologische Zone komplett neu geplant werden müsse, verlöre auch das Regionale-Projekt Archäologische Zone den 80-prozentigen Förderzuschuss des Landes. Auch machten die bisherigen Grabungsergebnisse eine Rücknahme der Bauhöhe unmöglich, so die Argumentation. Allerdings zieht der Betrieb einer solchen Einrichtung pro Jahr geschätzte 2,5 Millionen Euro Folgekosten nach sich. Eingeplant sind sie im Kulturetat der Stadt.


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