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22. 11. 2014
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Gleichstellung nicht zum Nulltarif


10.04.2011 21:46 von:

Schlagwörter: Köln,Stadtrat,2011,April,Gleichstellung,Beschluss,Europäische Charta,Gleichstell

In der ersten Entscheidung der Anträge unter Tagesordnungspunkt 3 der gestrigen Ratssitzung stand das Thema Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit auf der Agenda. In einem gemeinsamen Antrag hatten die vier großen demokratischen Fraktionen gemeinsam beantragt, dass Köln der "Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene" beitreten soll. Folgerichtig waren es auch weibliche Stadtverordnete, die für die vier Antragsteller an das Mikrofon herantraten. "Das ist ein öffentliches und ausdrückliches Bekenntnis für mehr Gleichberechtigung von Frauen und Männern" begann die erste Stellvertreterin des Kölner Oberbürgermeisters Elfi Scho-Antwerpes den Reigen der Unterstützer. "Wir knüpfen da an erfolgreiche Traditionen an", erinnerte die SPD-Politikerin an die Anfänge und Entwicklung des heutigen Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern innerhalb der Kölner Stadtverwaltung. Und auch der Blick in die eigene Parteigeschichte zeigt, dass es schon im 19. Jahrhundert Männer mit Weitblick gab, die die Gleichberechtigung aus grundsätzlichen Motiven unterstützten. "Freiheit für die Hälfte der Menschen kann es nicht geben", zitierte Scho-Antwerpes den Sozialdemokraten August Bebel, im Jahr 1840 in Deutz zur Welt gekommen.

Viel Eigenlob und Grundsätzliches zur Gleichstellung

"Wir sollten uns dazu gratulieren, dass wir der Charta beitreten. Köln wäre die erste Millionenstadt in Deutschland, die der Charta beitritt", so Gisela Manderla von der CDU-Fraktion. Die Christdemokratin erinnerte an den Kampf der Frauen im frühen 20. Jahrhundert und damit an die Ursprünge des wenige Tage zuvor begangenen 100. Geburtstages der Frauenbewegung. Manderla forderte vor allem in Richtung Jugend blickend zum weiteren politischen Engagement auf. Ebenfalls positiv zeigte sich Marion Lüttig von den Grünen. "Das ist für uns alle Einladung und Ansporn, für die Grundwerte einzutreten". Die Stadträtin der Grünen beschrieb dabei die Aufgaben des zu erstellenden "Gleichstellungsaktionsplans", der mit dem Charta-Beitritt einhergeht. Lüttig verspricht sich am Ende des Prozesses einen besseren Ãœberblick über die vielen Angebote in der Stadt. "Das ist ein ausgezeichneter Rahmen für den Lern- und Optimierungsprozess", so Lüttig weiter. "Was gestern undenkbar war, ist heute Realität und morgen selbstverständlich", ergänzte Yvonne Gebauer von der FDP. Die Ratsfrau der Liberalen wies darauf hin, dass bereits vieles erreicht sei. Die Liberale verwies auf die sechs Aspekte, die mit dem Charta-Beitritt umgesetzt werden sollen. Das gehe über den eigentlichen Aktionsplan hinaus. So müsse auch das Ende der Stereotype und eine gerechtere Beteiligung an den wichtigen Entscheidungen eingeleitet werden.

Ein Ressourcenproblem

Während die Linkspartei mit einem nahezu wortgleichen Antrag für Schmunzeln sorgte und mit Jörg Uckermann der einzige Mann ausgerechnet von der als rechtsextrem eingestuften Formation "pro Köln" zu diesem Thema vor das Mikrofon trat, war es an der Leiterin des städtischen Gleichstellungsamtes, Christiane Kronenberg, die Entscheidung auf das Fundament der Verwaltungspraxis zu stellen. Und das bedeutet unterm Strich: mehr Geld. So verwies die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt auf die Position der Fraktionsgeschäftsführer, in allen Parteien im Kölner Stadtrat übrigens männlichen Geschlechts. "Ihnen muss bewusst sein, dass mit der Umsetzung ein Ressourcenproblem verbunden sein wird. Das wird nicht zum Nulltarif möglich sein", so der Hinweis der Verwaltungsexpertin. Das schließe Selbstverpflichtungen in anderen Bereichen übrigens nicht aus, so Kronenberg abschließend.


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