27. 05. 2012
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Kinder erproben kommunale Demokratie
Sie übten durch unter Anleitung von Ratsmitgliedern die kommunale
Entscheidungsfindung. Alljährlich haben drei Schulklassen aus dem
Kölner Stadtgebiet die Möglichkeit auf Einladung der Stadt hinter die
Kulissen des politischen Tagesgeschäfts zu schauen. Für viele war es
die erste Begegnung mit der Politik und beeindruckend, wie Demokratie
in seiner Praxis funktionieren kann. Zusammen mit Lehrern und
Ratsmitgliedern bereiten die 14- bis 16-Jährigen bereits in der
Sommerpause die im Spätherbst stattfindende Sitzung vor. Dabei nehmen
die Jugendlichen sowohl an einer fingierten
Fraktionsvorsitzendenbesprechung teil, auf der sie dann die
Vorgehensweise und die Debatte im Plenum des Rates vorbereiten.
3 Schulklassen probten im Rathaus den demokratischen Ernstfall
Anschließend kommt es zur Aussprache unter dem Vorsitz des
Oberbürgermeisters. Der freute sich auf die „vielen erfrischenden
Begegnungen“ beim Tag der Jugend im Rathaus. Nicht nur die Jugend
sollte von den Älteren lernen, sondern auch umgekehrt, gab Schramma als
Ziel der halbtägigen Veranstaltung aus. „Unsere Demokratie lebt davon,
dass sich möglichst viele beteiligen und engagieren“, stellte das
Stadtoberhaupt klar. Die Jugendlichen sollen an diesem Vormittag ein
tieferes Verständnis
kommunaler Demokratie erhalten und die Möglichkeiten der Beteiligung
und Entscheidungsfindung vertiefen. Die Stadt möchte im Gegenzug die
jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf ihre zukünftige Verantwortung
als Wahlbürger hin vorbereiten aber auch das Engagement für politische
Dinge stärken. Der Vormittag, der wie in den vergangenen Jahren im
Spanischen Bau des Rathauses stattfand, bietet dabei auch den
Fraktionen im Stadtrat die Möglichkeit, sich und ihre Programme den
zukünftigen Wahlberechtigten
vorzustellen.
In der Ratssitzung selbst stellten die fingierten Ratsfraktionen, die
jeweils von den Schülerinnen und Schülern einer Klasse gebildet werden,
ihre vorbereiteten Anträge vor. Wie in der Praxis müssen sich die
Antragsteller dabei den Gegenargumenten der anderen Fraktionen stellen
und um die Durchsetzung ihrer eigenen Anträge kämpfen. Verblüffendes
Ergebnis: Die eigenen Anträge, die meist einen engen individuellen
Bezug zur eigenen Schule hatten wurden von den anderen Fraktionen als
„egoistisch“ abgelehnt. Um die eigene Sache dennoch durchzusetzen,
mussten Kompromisse gefunden werden, auch das wie im richtigen
Ratsalltag. Die anwesenden Politiker zeigten sich zufrieden mit dem
Ergebnis der Beratungen und auch die Jugendlichen hatten großen Spaß
auf dem anschließenden Empfang mit Imbiss und Preisverlosung. Eine
Maßnahme, die sicherlich im nächsten Jahr seine Fortsetzung finden
wird.

























