27. 05. 2012
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Klimaschutz kostet jetzt und bringt langfristig Gewinn
(ehu) Klimaschutz lohnt sich. Das rechnete Andreas Hübner von der Gertec-Ingenieurgesellschaft am Montag interessierten Ratsmitgliedern und Verbandsvertretern vor: Auf jeden staatlichen Förder-Euro kommen bis zu acht Euro private Investitionen. Deshalb solle die Stadt ein kommunales Förderprogramm zur energetischen Sanierung von Altbauten auflegen. 210.000 Euro jährlich bis 2020 schlägt er dafür vor. Über diesen und andere Maßnahmen des jetzt vorgelegten "Integrierten Klimaschutzkonzeptes" soll der Rat im Oktober beschließen.
Dieses Klimaschutzkonzept – seine Entwicklung wurde vom Bund mit 80 Prozent bezuschusst – folgt einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 1999. Danach will die Stadt Köln den gesamten CO2-Ausstoß gegenüber dem Jahr 2000 bis 2020 um 20 Prozent reduzieren. Eine "Aufgabe für die gesamte Stadtgesellschaft", betonte OB Jürgen Roters in seiner Begrüßungsrede, "eine Zukunftsausgabe mit hoher Priorität".
Der Stadt und ihren Tochtergesellschaften kommt eine wichtige Vorbildfunktion zu
Ohne Verkehr wurden 2008 in Köln fast 21.000 Gigawattstunden Energie verbraucht, ein gutes Drittel in den privaten Haushalten. Dabei wurden 7,7 Millionen Tonnen des klimagefährdenden Treibhausgases Kohlendioxyd freigesetzt. Um diese Menge zu verringern, setzen die Experten vorrangig auf Energiesparen. Etwa durch die bessere Wärmedämmung von Altbauten.
Dabei komme der Stadt und ihren Tochtergesellschaften – sie trägt lediglich ein Prozent zur CO2-Emission bei – eine wichtige Vorbildfunktion zu. So ließe sich allein durch eine kontrolliertes Heizen in den acht städtischen Museen 6,5 Prozent der Heizkosten sparen. Das wären jährlich rund 280.000 Euro, mehr als genug, um davon einen gesamtstädtischen "Heizungsmanager" anzustellen. Ein städtischer Energieberater könne auch Privaten beim Sparen helfen.
Mit einer Million Euro kann die Stadt wichtige Weichen stellen
Wirksam seien auch öffentliche Klimapartnerschaften mit großen und kleinen Unternehmen. Mit rund 1,1 Millionen Euro im Etat 2012 als Impulsgeber könne ein guter Grundstock für Energiesparmaßnahmen gelegt werden. "Politiker tun sich allerdings manchmal schwer damit Geld für etwas auszugeben, dessen Nutzer erst Jahre später erkennbar ist", wusste Hübner.
Der Verkehr sorgte 2006 für 3,7 Millionen Tonnen CO2. Dabei lassen sich nur etwa 1,6 Millionen Tonnen durch kommunale Maßnahmen beeinflussen, so Ulrich Jansen vom "Wuppertaler Institut". Auf den Flugverkehr (mit 1,6 Millionen Tonnen beteiligt) sowie den Transitverkehr auf den Autobahnen und die Binnenschiffe (zusammen über 700 Tonnen) habe die Stadt dagegen keinen Einfluss.
Ein umfangreiches Bildungsprogramm soll Interesse am Klimaschutz wecken
Vor allem die Verlagerung vom Auto in den öffentlichen Personennahverkehr und aufs Fahrrad sieht Jansen da als Möglichkeit. Auch eine Geschwindigkeitsreduzierung im gesamten Straßennetz könne helfen. Fraglich ist aber, ob die beengten Verkehrsräume in Köln den erforderlichen Umbau erlauben, etwa mehr Abstellplätze für Fahrräder oder separate Busspuren. Begleitet werden soll die Einführung dieser Maßnahmen von einem umfassenden Bildungs- und Informationsprogramm.

























