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2. 09. 2014
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Köln hat wieder drei Bürgermeister


27.03.2009 19:07 von:

Schlagwörter: Köln,Stadtrat,Bürgermeister,Wahlen,May,Kandidaten,Ehrenamt

Es war der Tagesordnungspunkt 16.2. und es war kurz nach halb zwölf. Nach acht Stunden teils hitziger Debatte über Themen wie den Einsturz des Historischen Archivs, das Kölner Integrationskonzept oder die geplante Verlagerung des Großmarktes nach Köln-Marsdorf folgte der letzte mit Spannung erwartete Höhepunkt der März-Sitzung. Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Josef Müller (CDU) wählten die 89 Mitglieder des Kölner Stadtrat in einem der letzten Punkte der öffentlichen Sitzung drei neue Bürgermeister(innen). War das Ansinnen der Christidemokraten auf der letzten Ratssitzung im Februar dieses Jahres noch gescheitert, mit dem FDP-Sportpolitiker Manfred einen dritten Stellvertreter von Oberbürgermeister Fritz Schramma ins Amt zu wählen, so einigten sich SPD, Grüne und FDP am gestrigen Donnerstag auf ein neues Prozedere. Die CDU, mit 29 Mitgliedern stärkste Fraktion im Rat und damit eigentlich vorschlagsberechtigt, hatte sich bereits am Tag vor der Abstimmung unter Protest aus dem Abstimmungsprozess zurückgezogen. "Da machen wir nicht mit", lautete der Tenor der tags zuvor versendeten Presseankündigung.

Alternative: Petra May

Und so schlug die Stunde für die Einzelmandatsträgerin Petra May (früher Kölner Bürger-Bündnis). Sie schlug sich in allen drei geheimen Wahlgängen selbst als zweite Kandidatin für den Posten der Stellvertreterin Schrammas vor. Den Wahlausgang konnte May allerdings nicht beeinflussen, aber mit 14 Stimmen im ersten, 18 im zweiten und 16 im dritten Wahlgang erzielte die langjährige Ratspolitikerin zumindest einen Achtungserfolg. Mit deutlich mehr Stimmen wurden hingegen Elfi Scho-Antwerpes (SPD - 49 Stimmen) zur ersten, Angela Spizig (Grüne – 47 Stimmen) zur zweiten Stellvertreterin sowie Manfred Wolf (FDP – 50 Stimmen) zum dritten Stellvertreter von Oberbürgermeister Fritz Schramma gewählt. Die Geschäftsordnung des Rates schreibt dabei zwingend vor, dass nach der Wahl Scho-Antwerpes zunächst von ihrem Posten als zweite Bürgermeisterin zurücktreten musste, ehe sie die Wahl zur ersten Stellvertreterin annehmen konnte. Ähnliches geschah mit der Grünen-Politikerin Spizig, die zuvor dritte Bürgermeisterin war. FDP-Mann Wolf musste hingegen nur einmal "Ja, ich nehme die Wahl an" sagen. Er war zwar schon einmal Bürgermeister, allerdings endete seine erste Amtszeit als vierter Stellvertreter des Oberbürgermeisters nach den Kommunalwahlen 2004, als sich der Stadtrat auf eine Reduzierung auf drei Bürgermeister einigte.

Ratsfrau May, die nach 20 Jahren Kommunalpolitik eigener Aussage zufolge bei den kommenden Wahlen nicht wieder für den Stadtrat kandidieren will, musste im Vorfeld um diesen Achtungserfolg kämpfen. So wurde ihr zunächst von der Verwaltung mitgeteilt, dass sie als Einzelmandatsträgerin gar nicht für diesen Posten kandidieren dürfe. Erst nachdem sich die Politikerin an die Kommunalaufsicht wandte und ihrem Protest gegen diese Vorgabe stattgegeben wurde, dürfte sie sich selbst zur Wahl stellen, wie sie gegenüber Köln Nachrichten bekannte. Der öffentliche Teil der Ratssitzung endete im Ãœbrigen erst spät nach Mitternacht.







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