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21. 10. 2014
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Köln: Im Frühjahr 2011 rollen die Bagger am Breslauer Platz


24.06.2008 22:00 von:

Schlagwörter: Köln,Stadtrat,Debatte,Breslauer Platz,Bauarbeiten,Nord-Süd-Stadtbahn

„Lassen sie uns die Weichen stellen“, begründete die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Dr. Eva Bürgermeister den Vorstoß ihrer Partei. Allerdings sieht der gemeinsame Antrag auch vor, dass auf gar keinen Fall Überschneidungen zustande kommen sollten. Auch wenn das Blaue Zelt unterschiedliche Reaktionen hervorruft, sollte die Lücke zwischen der Entstehung des neuen Musical-Standortes auf dem Areal des ehemaligen Barmer Viertels und dem notwendigen Abriss im Zuge der Neugestaltung des linksrheinischen Platzes verringert werden, ergänzte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Barbara Moritz. Den Änderungsantrag der CDU, die pauschal eine Verlängerung von zwei Jahren beinhaltete, sei hingegen „viel zu lang“, die Verlängerung darf lediglich bis zum Zeitpunkt des geplanten Baubeginns am Platz (Frühjahr 2011) ausgesprochen werden, so Moritz weiter.

Diesen Zeitplan bestätigte auch Kölns Baudezernent Bernd Streitberger. Nachdem er sich nochmals mit dem scheidenden KVB-Vorstandsvorsitzenden Werner Böllinger abgestimmt hatte, steht nun der Termin Ende 2009 für den Abbau der Baustellenanlagen an der Stadtbahnhaltestelle Breslauer Platz an. Noch in diesem Jahr sollen drei Workshops zum Breslauer Platz stattfinden (der dritte Termin steht noch nicht fest, soll aber noch in diesem Jahr stattfinden). Rein theoretisch kann es bereits zum 1. Januar 2010 mit den Bauarbeiten losgehen. Doch Streitberger und sein Kollege im Stadtvorstand, Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans, wiesen auf die hohen Anforderungen an das Planungsverfahren für das geplante Quartier an diesem Innenstadtplatz an. So soll entsprechend der jetzigen Planung ein Architekturwettbewerb stattfinden, anschließend müssen die entsprechenden Bauanträge gestellt und darüber entschieden werden. „Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass dies mindestens ein Jahr dauern wird“, begründete Streitberger den Zeitplan. Allerdings könne der geplante Start des DFB-Museums (1.7.2010) zu einer Überschneidung führen, wie Streitberger einräumte.

CDU und FDP kritisieren Kernbündnis

„Eine unendliche Geschichte neigt sich nun zum guten Ende“, kommentierte CDU-Fraktionsvize Karl Klipper das Umschwenken des politischen Gegners. Noch im vergangenen Jahr hatte sich Rot-Grün mit den Stimmen der Linken vehement für den neuen Musicalstandort ausgesprochen, entsprechende Anträge seiner Fraktion, den Musicalstandort auch über das geplante Ende der Spielzeit hinaus zu erhalten, lehnten die Vertreter der Ratsmehrheit allerdings ab. Dabei sieht sich Klipper auch durch die Äußerungen des Wirtschaftsdezernenten Dr. Norbert Walter-Borjans bestätigt. So soll das Musical jährliche Umsätze in einer Größenordnung von 50 Millionen Euro nach sich ziehen. Das sind zwar weniger als die von Klipper ins Spiel gebrachten 300 Millionen, aber immer noch genug, um für eine Verlängerung einzutreten. Klipper erhoffte sich allerdings für seine Fraktion eine schnelle Entscheidung und keine weiteren Prüfaufträge.

Auch die Liberalen im Stadtrat schlossen sich der Kritik an. Allerdings wurde deren Fraktionschef Ralph Sterck in seiner Einschätzung deutlicher. So sei es zwar eine gute Nachricht, wenn die Baustellen der Nord-Süd-Stadtbahn bis Ende 2009 abgebaut werden sollen. Allerdings werde es auch bei einer Verlängerung der Nutzungsgenehmigung für das Blaue Zelt zu einer Lücke am Musicalstandort Köln kommen, schätzt der FDP-Chef. „Das wird kein gutes Ende nehmen, denn der Neubau an der MesseCity wird einer aktuellen Mitteilung der Verwaltung zufolge erst ab dem 14. Februar 2012 gebaut. Und da steht noch kein Musical“, kritisierte Sterck. Neben dem Kernbündnis machte der liberale Stadtrat auch in den Reihen der CDU Schuldige aus. „Hier wurden Prozesse verzögert, das ist skandalös“, empörte sich Sterck.

Nachdem die CDU ihren Zusatzantrag zurückzog und auf eine weitere Vorlage der Verwaltung warten will, wurde der Antrag von Rot-Grün einstimmig beschlossen. Auf ausdrückliche Nachfrage von SPD-Fraktionschef Martin Börschel sei jedoch eine Verlängerung der Spielgenehmigung auf dem Platz neben dem Kölner Busbahnhof bis zum 31. März 2011 möglich. Dies könne auch mit einem Dringlichkeitsantrag außerhalb der regulären Parlamentstermine gehen, ergänzte Ratsfrau Moritz abschließend.







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