19. 05. 2013
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Köln: Im Frühjahr 2011 rollen die Bagger am Breslauer Platz
„Lassen sie uns die Weichen stellen“, begründete die
stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Dr. Eva
Bürgermeister den Vorstoß ihrer Partei. Allerdings sieht der gemeinsame
Antrag auch vor, dass auf gar keinen Fall Überschneidungen zustande
kommen sollten. Auch wenn das Blaue Zelt unterschiedliche Reaktionen
hervorruft, sollte die Lücke zwischen der Entstehung des neuen
Musical-Standortes auf dem Areal des ehemaligen Barmer Viertels und dem
notwendigen Abriss im Zuge der Neugestaltung des linksrheinischen
Platzes verringert werden, ergänzte die Fraktionsvorsitzende der Grünen
Barbara Moritz. Den Änderungsantrag der CDU, die pauschal eine
Verlängerung von zwei Jahren beinhaltete, sei hingegen „viel zu lang“,
die Verlängerung darf lediglich bis zum Zeitpunkt des geplanten
Baubeginns am Platz (Frühjahr 2011) ausgesprochen werden, so Moritz
weiter.
Diesen Zeitplan bestätigte auch Kölns Baudezernent Bernd Streitberger.
Nachdem er sich nochmals mit dem scheidenden KVB-Vorstandsvorsitzenden
Werner Böllinger abgestimmt hatte, steht nun der Termin Ende 2009 für
den Abbau der Baustellenanlagen an der Stadtbahnhaltestelle Breslauer
Platz an. Noch in diesem Jahr sollen drei Workshops zum Breslauer Platz
stattfinden (der dritte Termin steht noch nicht fest, soll aber noch in
diesem Jahr stattfinden). Rein theoretisch kann es bereits zum 1.
Januar 2010 mit den Bauarbeiten losgehen. Doch Streitberger und sein
Kollege im Stadtvorstand, Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert
Walter-Borjans, wiesen auf die hohen Anforderungen an das
Planungsverfahren für das geplante Quartier an diesem Innenstadtplatz
an. So soll entsprechend der jetzigen Planung ein Architekturwettbewerb
stattfinden, anschließend müssen die entsprechenden Bauanträge gestellt
und darüber entschieden werden. „Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass
dies mindestens ein Jahr dauern wird“, begründete Streitberger den
Zeitplan. Allerdings könne der geplante Start des DFB-Museums
(1.7.2010) zu einer Überschneidung führen, wie Streitberger einräumte.
CDU und FDP kritisieren Kernbündnis
„Eine unendliche Geschichte neigt sich nun zum guten Ende“,
kommentierte CDU-Fraktionsvize Karl Klipper das Umschwenken des
politischen Gegners. Noch im vergangenen Jahr hatte sich Rot-Grün mit
den Stimmen der Linken vehement für den neuen Musicalstandort
ausgesprochen, entsprechende Anträge seiner Fraktion, den
Musicalstandort auch über das geplante Ende der Spielzeit hinaus zu
erhalten, lehnten die Vertreter der Ratsmehrheit allerdings ab. Dabei
sieht sich Klipper auch durch die Äußerungen des Wirtschaftsdezernenten
Dr. Norbert Walter-Borjans bestätigt. So soll das Musical jährliche
Umsätze in einer Größenordnung von 50 Millionen Euro nach sich ziehen.
Das sind zwar weniger als die von Klipper ins Spiel gebrachten 300
Millionen, aber immer noch genug, um für eine Verlängerung einzutreten.
Klipper erhoffte sich allerdings für seine Fraktion eine schnelle
Entscheidung und keine weiteren Prüfaufträge.
Auch die Liberalen im Stadtrat schlossen sich der Kritik an. Allerdings
wurde deren Fraktionschef Ralph Sterck in seiner Einschätzung
deutlicher. So sei es zwar eine gute Nachricht, wenn die Baustellen der
Nord-Süd-Stadtbahn bis Ende 2009 abgebaut werden sollen. Allerdings
werde es auch bei einer Verlängerung der Nutzungsgenehmigung für das
Blaue Zelt zu einer Lücke am Musicalstandort Köln kommen, schätzt der
FDP-Chef. „Das wird kein gutes Ende nehmen, denn der Neubau an der
MesseCity wird einer aktuellen Mitteilung der Verwaltung zufolge erst
ab dem 14. Februar 2012 gebaut. Und da steht noch kein Musical“,
kritisierte Sterck. Neben dem Kernbündnis machte der liberale Stadtrat
auch in den Reihen der CDU Schuldige aus. „Hier wurden Prozesse
verzögert, das ist skandalös“, empörte sich Sterck.
Nachdem die CDU ihren Zusatzantrag zurückzog und auf eine weitere
Vorlage der Verwaltung warten will, wurde der Antrag von Rot-Grün
einstimmig beschlossen. Auf ausdrückliche Nachfrage von
SPD-Fraktionschef Martin Börschel sei jedoch eine Verlängerung der
Spielgenehmigung auf dem Platz neben dem Kölner Busbahnhof bis zum 31.
März 2011 möglich. Dies könne auch mit einem Dringlichkeitsantrag
außerhalb der regulären Parlamentstermine gehen, ergänzte Ratsfrau
Moritz abschließend.






















